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Neue Gedichte

An die Dichter

 

Hört auf mich, ihr freien Geister,

trachtet nach der Lehr´ und Wehr´.

Sieger stets und Sprachenmeister,

eingesetzt für Ruhm und Ehr.

 

Die ihr stets mit Mut bezwungen,

eitles Sein und falschen Schein,

frei im Geist von Kraft durchdrungen,

wahrheitsliebend und im Herzen rein.

 

 

Politiker

 

Um nichts machen sie stets viel Lärm,

und dürfen froh auf allen Festen tanzen,

stopfen feinste Speisen in den Ranzen,

bester Wein schießt blubbernd ihr Gedärm.

 

Und wie sie dann in großem Garten

so satt auf die Verdauung warten,

moralisch abgrundtief verdorben

durch Völlerei noch nicht verstorben.

 

Ihr Gewissen ist schon längst verblasst,

sie sind vom Volk verachtet und gehasst,

lieben nur sich selbst und sind gemein,

schon längst verloren und allein.

 

Und gierig um des Volkes Lohn sie schleichen,

wie um den Knochen, gleich dem Hunde,

verzweifelt suchen brave Bürger zu entweichen

vergeblich sich im Kreise drehend, Runde um Runde.

 

Ich frage:

„Sagen Sie, Frau Merkel,

was macht der Mindestlohn?“

Sie schaut und denkt:

„Du Sozialistenferkel,

was verstehst du denn davon?“

 

Ich frage:

„Frau Merkel, und die Mehrwertsteuer?

Sie füllt die Kassen und Sie bestahlen

uns, das arme Volk. Alles wird teuer,

wer soll am Ende das bezahlen?

 

Und auf die Pendler schlagen Sie nun ein,

die sollen sehen, wo sie bleiben.

Ist Ihr Herz denn nur aus kaltem Stein,

und müssen wir es duldend leiden?“

 

Sie schüttelt weise ihr gesalbtes Haupt,

lächelt kalt und überlegen, schweigt.

Doch sie denkt: „Was wollt ihr überhaupt,

genießt doch das, was übrig bleibt!“

 

Ich frage:

„Frau Merkel, was soll der Kriegsgesang,

wo sonst das Lied vom Frieden klang?

Sie verheizen unsere Jugend, frisch und jung,

und predigen die Weltverbrüderung.

 

Was soll mein Sohn in Afghanistan,

die Menschen haben uns dort nichts getan,

Nur weil Ihr Freund, Herr Bush uns rief,

müssen wir Gräber graben, groß und tief.

 

Niemand will kämpfen, nicht morgen oder heut,

es ist Amerikas, nicht unsre Sache, dieser Streit,

doch dieser Kampf wird sähen Hass und Hohn

und wir Mütter zahlen blut´ gen Lohn.

 

Das deutsche Volk ist nicht in Not,

auch sind wir nicht vom Feind bedroht.

Und dennoch soll es fließen, unser Blut?!

Sie sind Despotin im Demokratenhut!“

 

Sie antwortet:

„Die Macht ist unser aller Ziel,

ihr könnt euch grämen und auch grollen,

seid nur Narren in diesem Welten-Spiel,

Geschichte und Zeit wird alles überrollen!

 

In diesem Spiel zu hoffen und zu harren,

verkennt ihr das, was ist, seht nur den Schein.

Stets waren die Menschen des Königs Narren

und verwechselten den Schein mit Sein!

 

Wir stehen mächtig und ganz oben,

und dürfen alles, was wir treiben,

allem Gemeinen, Niedrigen enthoben,

dank des Volkes wird es auch so bleiben!“

 

Ich sage:

„Frau Merkel, spüren Sie, ein leises Beben

geht durch das Volk, es wackelt schon ihr Thron,

wir werden stets nach Recht und Freiheit streben,

und bald wird sein vorbei die Zeit der Fron!

 

Politiker, gebt in euren letzten Regierungstagen

das, was ihr an Treue, Freude und auch Glück

sowie an Liebe und an Güte habt erfahren

neidlos und guten Gewissens an das Volk zurück.“

 

 

Klage eines Politikers:

 

Wahrheit, Anstand, Stolz und Würde

Sind für uns nicht Tugenden, nur Bürde!

 

 

An den Leser

 

Hast du getragen wie ich

so manche Last im Leben,

wirst du verstehen mich

und gehst mit mir zurück

und sei es nur ein Stück

auf wechselhaften Wegen.

 

 

Gier und Reichtum

 

Gier und Reichtum tun nicht gut,

Armut folgt dem Übermut!

 

 

Vor dem Urlaub

 

Ab heute nimm das Leben nicht mehr schwer,

sei ohne Sorgen und geh´ mit frohem Sinn,

nimm alles lächelnd hin

und freue dich an unsre Fahrt ans Meer.

 

 

Verzichten

 

Wenn wir nicht lernen zu verzichten,

werden wir die Welt vernichten!

 

 

 

 

Soldatenschicksal

Auf dem langen Weg nach oben
lass uns miteinander geh´ n,
von Erinnerung umwoben,
bis wir auf dem Gipfel steh´ n.

Auf dem Baumstamm lass uns nieder,
innehalten und ein wenig träumen,
wir hören wohlvertraute Lieder
von dem Wind in alten Bäumen.

Kirchenläuten klingt zu uns herauf.
Ich sehe deinen sorgenvollen Blick.
Lass uns weitergehen, Stück für Stück,
unser Leben hat seinen eigenen Lauf.

Letzte schöne Bilder zaubern leise
Erinnerungen aus dem Leben,
sie entrücken uns, in ihrer Weise,
während wir gemeinsam weiter streben.

Und wieder seh´  ich deinen Blick.
Schau ein letztes Mal zurück.
Der Marschbefehl gab zu verstehen,
wir müssen nun bald weiter gehen.

Und es nützt kein Sinnen oder Klagen
über Sorgen und auch Mühen,
denn in wenigen, nur kurzen Tagen
werden wir vondannen ziehen.

Doch wir müssen nur nach vorne sehen,
Abschiednehmen gehört dazu.
denn leider lässt Soldatenleben
uns nirgends finden uns´ re Ruh`.

Sieh´ noch mal das Abendglühen,
genieße jetzt das friedlich` Bild,
denn, auch wenn wir weiterziehen
grüßt die Heimat, freundlich mild.

Und dieser Gruß, er will uns fragen:
Ist dass nun das lang ersehnte Glück?
Ja und Nein, es ist ein Hoffen und Entsagen,
klingt als Antwort es zurück.

Und das Schicksal lässt erahnen:
das ist des Soldatenlebens Spur:
Ziehen abseits fester Bahnen,
träumend von der Heimat, Wald und Flur.

 

 

 

Der arme Poet

 

 

Er dichtete, es war sehr kalt,

es läutete kurz an der Tür.

Er öffnete sie einen Spalt,

da stand ein Fremder, klein und alt.

 

Er sprach: „Vom Freunde hab ich heut,

bekommen dieses Stück Papier,

ich war darüber sehr erfreut.

Sag mir, ist das Gedicht von dir?“

 

„Und dann noch, bitte sehr, mein Herr,

wo, wann und wie in dieser Welt

bekommst du alle Verse her,

die du hier hast zusammengestellt?“

 

Der Dichter, ein sehr armer Mann,

ergriff darauf das Wort:

„Ich schreibe, so gut ich kann,

die Verse ganz in einem fort.“

 

Der Fremde: „Schön, wie du sie schriebst,

auch ich wär´ gern ein Musensohn,

dass du Schreiben und Dichten liebst,

all das erkenne ich hier schon.

 

Doch sag mir, lieber Mann,

so sehr bewundere ich dich,

wie man all dies schreiben kann

überraschte und erstaunte mich.“

 

„Ich dichte hier zu jeder Stunde“,

sprach der Dichter da zu ihm,

Und mit bitter verzerrtem Munde

warf er ihm verächtlich hin:

 

„Nimm in die Hand ein Kirchenbuch,

und wenn du heimgekehrt,

findest du dort einen Spruch,

der dich sehr schnell belehrt.

 

Danach gilt nun mal der Prophet

nichts im eigenen Land;

tausche den Namen mit „Poet“,

dann hast du meinen Wert erkannt.

 

Des Poeten ganzer Lohn,

das sag ich jetzt zu dir,

ist meist nur Einsamkeit und Hohn!

Du zweifelst? Bitte glaube mir!

 

Denn der meisten Menschen ist

der folgende Gedanken Lauf:

Hinter seines Nachbarn Mist,

hört die Welt bereits schon auf.

 

Wer jedoch die Menschheit nur

nach ihren wahren Werten misst,

erkennt bald ihre wirkliche Natur,

wie sie immer war und ist.

 

 

 

An meinen Sohn

 

Schau die Blüten am Strauch und Baum,

wie sie sich wiegen im Frühlingstraum.

Es zwitschern die Vögel im bunten Gewand:

Bald kommt der Sommer in das Land.

 

Schon hat sich in uns´ rer kleinen Welt

der Sommer eingestellt.

Welche Farbenpracht liegt überall,

über den Bergen und dem Tal?

 

Nach erdrückend schwüler Hitze,

zieht plötzlich ein Sturm herauf,

die Wolken jagen in schnellem Lauf,

es folgen rasch die unheilvollen Blitze.

 

Und so vergeht die ganze bunte Pracht,

sieh noch ein letztes Mal das Abendglühen,

neue Wolken bedecken heute die Nacht,

und lassen den Sommer vorüberziehen.

 

Dann folgt der Herbst mit kühler Frische,

goldfarb´ nes Sterben liegt in der Natur,

hörst du das Röhren brünft´ ger Hirsche?

Bald wird es still in weiter Flur!

 

Es folgen Stürme, nass und kalt,

verschwinden werden Blumen und Laub,

sie alle werden des Winters Raub.

Eis und Schnee liegen über dem Wald.

 

Doch eine Eiche stemmt sich groß und stark,

gegen des Winters vergeblich´  Droh´ n,

gesund und kräftig, bis ins tiefste Mark

trotzt sie den Stürmen mit beißendem Hohn.

 

Stark und einsam, ob im Frost oder Blühen,

sieht sie die Jahreszeiten vorüberziehen.

Mein Sohn, wenn auch im Laufe der Zeit,

der Sturm dir die Früchte des Lebens zerstreut,

 

so schau auf die Eiche und ihre starken Äste.

Ob eisiger Sturm oder warmer Sonnenschein,

im Leben sind wir meistens allein,

und siegen wird nur das Starke und der Beste.

 

 

 

Flüchtiger Genuss

 

 

„Wann wirst du mir ein Liedchen singen?“

So hast du mich gefragt.„Ich sag,

„Es wird am jenem Tag erklingen,

dann, wenn ich es auch singen mag.

 

Von frohen und auch ernsten Dingen

erzählt es, doch nicht immer schön und klar,

laut und leise werden die Töne schwingen,

so wechselhaft, wie halt mein Leben war.

 

Geht es dir dann vielleicht zu Herzen,

und sei es nur für einen Augenblick,

mich könnte es noch einmal schmerzen,

schau ich in die Vergangenheit zurück.

 

So lass mich, und sei es nur für Stunden,

dein treuer Weggefährte sein,

so wie die Blume, die du hast gefunden,

ganz nebenbei am Wiesenrain.“

 

 

 

Rückblick und Abschied

 

 

Wenn sich das Schicksal wird vollenden,

in meinem letzten Lebensjahr,

werde ich die Blicke wenden,

dorthin, wo einst der Anfang war.

 

Soweit ich mich erinnern kann,

fing alles in der Schule an.

Dann stellte ich mich dem Examen,

soweit war alles noch im Rahmen.

 

Doch die wahren Prüfungsstunden,

hielt das Leben für mich noch bereit.

So manchem Glück, gar tief empfunden,

folgten Niederlagen und viel Leid.

 

Schon lief mein Leben dann

in völlig neuen Bahnen,

es hat viel Stoff gegeben,

von dem ich euch erzählen kann.

 

Doch viel Zeit ist nicht gegeben,

euch zu berichten, was ich weiss,

denn es heißt bald Abschiednehmen;

ich stehe auf dem Abstellgleis.

 

Mein Leben geht irgendwann zuende;

Und wird ein Teil von der Unendlichkeit.

Wenn es jetzt sein Ende fände,

blieb´  es der Erinnerung geweiht.

 

Nicht vergessen ist das Glückserleben,

das mir zum Leben seine Kräfte gab.

Es hat mir unendlich viel gegeben,

so dass ich keine Angst hab´ vor dem Grab!

 

Nun ist´ s soweit, es geht nichts mehr,

ich schließe ab auf meine eigne Weise

und geh auf eine ewig lange Reise,

die Reise ohne Wiederkehr.

 

 

 

Fragen

 

Träumend schau ich aus dem Fenster,

an die Scheiben prasseln Regenschauer,

im trüben Lichte drohen Gespenster,

dürre Zweige zerbrechen an der Mauer.

 

So manche Frage wird dabei zur Qual:

Wie oft noch wird das Gute unterliegen,

das Schlechte und Gemeine siegen?

Warum ist dies den Menschen so egal?

 

Warum die Menschen oft das Edle hassen,

und die Treue und das Recht verlassen,

dort jubeln, wo der Hochmut steht,

um wegzusehen, wo das Schwache geht?

 

Warum nur nach dem Ruhme streben,

und niemals andern abzugeben?

Warum gibt´ s keine Redlichkeit,

und Heuchelei blüht weit und breit?

 

Ich jamm´ re nicht, ich frage nur,

warum wird Gutes stets vernichtet?

Warum ist die Natur

So grausam eingerichtet.

 

Wie soll der Schwache sich auch wehren,

wenn Räuber Hab und Gut begehren?

Warum haben sie so eine zarte Haut

und sind nicht für den Kampf gebaut?

 

Und ich schau satt, und voller Graus

geborgen aus dem Fenster raus.

Alles im Haus scheint warm und heil,

während draußen tönt das Sturmgeheul.

 

 

 

Märchen oder Wahrheit

 

 

Wer Geschichte schreibt,

schreibt gern Geschichten.

Und was meistens übrig bleibt

ist nichts als schönes Dichten.

 

Doch in vielen Dichtungen

stecken manche Wahrheiten.

Oft sind es nur Erinnerungen,

heldenhafter Eitelkeiten.

 

So erzählt das Nibelungenlied

von Siegfrieds großer Tapferkeit.

Gut, dass es solch´ Lieder gibt

egal, ob Märchen oder Wahrheit.

 

 

In der Kneipe

 

Du klagst, weil dich hier niemand kennt

und keiner deinen Namen nennt,

fühlst dich verlassen von der Welt,

und jenen, denen du dich zugesellt.

 

Deine Meinung wog einst schwer,

doch heute fragt dich keiner mehr.

Für sie bist du nur ein kleiner Wicht,

und selbst dein Schweigen hört man nicht.

 

Doch die schnöde Menschenschar,

nimmt stets nur ihren Vorteil wahr.

Schau besser aus der Ferne zu,

denn falsch ist meistens ihr Getu´.

 

Und wenn mal einer vornehm spricht,

ist er noch lang kein Geisteslicht.

Fragt er dich etwas, so ganz nebenbei,

die Antwort ist ihm sicher einerlei.

 

Beachtung bist du ihm nicht wert,

vor allem, wenn du was von ihm begehrst.

Und noch was: Mäßige dein Wort!

Sie sind sich alle fremd an diesem Ort.

 

So schaff ´ dir lieber einen Magen an,

der viel Schnaps und Bier vertragen kann,

denn Vergessen ist es, was sie suchen,

in ihrer Einsamkeit, die sie verfluchen.

 

Sei klug und stell dich eher dumm,

zu viel Wissen nimmt mancher krumm.

Wer nicht gut zu Schweigen weiss,

begibt sich schnell auf glattes Eis.

 

Geh ganz hinten in die Kneipeneck,

kehre in dich und schau eher weg,

trinke ruhig und mit Abstand deinen Wein

und lass die andern einfach Menschen sein.

 

 

 

Biedermeier´ s Trauer

 

Herbststurm und viel Regen

durchweichen allen Grund,

Wochenlang ergießt sich schon

der dunkle Wolkenschlund.

 

Entlaubt sind alle Bäume

vom eisig kalten Wind.

Am Fenster sitzend träume,

ich wie ein ängstlich´  Kind.

 

Da tönt Glockengeläute

zum abendlichen Gebet,

doch nur wenige brave Leute

machen sich auf den Weg.

 

Der Priester predigt von Reue.

Ein Weib in tiefem Leid

und letzter Gattentreue,

erscheint im Witwenkleid.

 

Er predigt über das harte Leben,

Menschensorgen und ihr Mühen,

dass die Reichen nichts mehr geben

und möglichst ihren Kopf einziehen.

 

Es ist des Menschen Art und Weise,

wenn es ihm besser geht,

gibt er den Lobgesang zum Preise

rasch dem Wind, der ihn verweht.

 

Doch wer schlürft die leere Gasse

dort ins leere Dorf hinab?

Ist dieser Mann, der blasse

entstiegen seinem Grab?

 

Es bedecken alte Lumpen

sein zitterndes Gebein,

ich sehe ihn ein wenig humpeln,

dann geht er in die Kneipe rein.

 

Man erkennt es nur verschwommen

durch den Regen und den Wind.

Doch ich schau beklommen

weg, so wie die Menschen sind.

 

Während ich in meiner Traurigkeit,

höre Nachbarskinder weinen,

träume ich in Dunkelheit

und lass die Sonne wieder scheinen.

 

Ich denke lieber an Probleme,

doch nur auf das Angenehme,

oder schreibe ein Gedicht,

da spüre ich die Qualen nicht.

 

 

 

 

Gute Taten

 

Spare bei deinem Nächsten nicht

mit guter Tat und liebem Wort.

Es glänzt wie helles Sonnenlicht

in einer dunklen Seele fort.

 

Es ist, als ob in heißer Nacht
der Regen tränket die Natur,
der
aus Wüsten Paradiese macht,
sodass es blüht in weiter Flur.

 

Die gute Tat, das liebe Wort
erhellen jedermanns Gemüte,
und wo ein Schmerz im Herzen bohrt,
heilt es durch seine Güte.

 

So halt´ bei deinem Nächsten nie
mit guten Worten dich zurück,
sie kosten nicht die kleinste Müh´
und bringen einem jeden Glück!

 

 

 

 

Frühlingswünsche

 

Ein bunter Blütenteppich

bedeckt das ganze Land,

doch ich schaue täglich

auf eine weiße Wand.

 

Ein harter Arbeitstag

erwartet heute mich,

auch wenn ich gar nicht mag

sitze ich am Arbeitstisch.

 

Durch das Fenster herein

weht zarter Blütenduft,

eine Amsel in der Luft

zwitschert lustig drein.

 

Im lauen Frühlingswind

vermiss´ ich jede Stunde,

die ich nicht mit Weib und Kind,

verbringen kann in ihrer Runde.

 

Während sich die Natur erneut,

grüble ich im Lampenschimmer,

sehne herbei die Feierabendzeit,

heut´ wie jeden Tag, wie immer.

 

Doch abends wird dann mein Gemüte

endlich vom Frühling angelacht,

und mit seiner reichen Blüte

genieße ich die Farbenpracht.

 

Strahlend gelb leuchtet im Mai

der Raps so voller Frühlingswonne,

und ich denk´ ganz nebenbei:

in ihm spiegelt sich hell die Sonne.

 

Und somit flieht ein jeder Schmerz,

aus meinem stillen Kämmerlein,

und froh zieht in mein Herz

endlich Frühling ein.

 

Ich liebe diesen Frühlingszauber

der da zieht durch unser Land.

Alles wurde klar und sauber

als der Rest vom Winter schwand.

 

Mich berauscht der Fliederduft,

herein weht ihn ein sanfter Wind.

In dieser frühlingswarmen Abendluft

lacht glockenhell mein Kind.

 

So wird der Tag zum Segen,

weil mir mit Weib und Kind

auf frühlingshaften Wegen

das Lied vom Werden klingt.

 

Dann schreibe ich mit Wonne,

selbst in der tiefsten Nacht,

wenn keine Frühlingssonne

mir in das Zimmer lacht.

 

 

 

Kleine Nachricht für dich

 

Ich geh´ in unsren nahen Wald

und komm´ zurück schon bald.

Erinnerungen an die Kinderzeit

bewegten mich besonders heut´.

Ich gehe Hollerblüten suchen

für einen kleinen Pfannenkuchen.

 

 

Ratschlag

 

Du solltest lieber mal verzichten,

als dich im Ehrgeiz zu vernichten.

Du solltest lieber einmal Schweigen,

als auf andre mit dem Finger zeigen.

 

Du solltest lieber mal Verlierer sein,

und dich dafür am Leben freu´ n.

Lass den Streit auch einmal ruh´ n,

reich lieber zum Frieden die Hand.

 

Wenn alle Menschen das Gleiche tun,

gibt es nur Frieden im ganzen Land.

Und wer einem nicht verzeihen kann,

der wird am Ende ein kranker Mann.

 

 

Hoffnung auf Glück

 

 

Wandern in Winters Nebellicht,

stiller geht es wirklich nicht,

verträumt ruht hier ein See,

ans Ufer tritt ein junges Reh.

 

Ein Wind zerreißt das Wolkengrau

und der Himmel wird ganz Blau.

War die Sonne auch verdeckt,

sie ist immer da, wenn auch versteckt.

 

Und ist die Liebe auch mal zerrüttet,

sie ist in dir, wenn auch verschüttet.

Auch das Glück braucht eine Weile,

unverhofft kommt es mit Windeseile.

 

Drum klage nicht, hör auf zu fluchen,

schließe die Augen, schau in dich hinein.

Du brauchst die Liebe nicht zu suchen,

sie ist immer da, so wie der Sonnenschein.

 

 

Begegnung

 

Ich würde gerne alle Mädchen küssen,

doch lernte ich Verzichtenmüssen,

denn jede könnte sein mein Schatz,

es fehlt mir nur ein stiller Platz.

 

Und plötzlich, ehe ich mich versah,

war dieses schöne Mädchen da,

ich war mutig, nahm ihre kleine Hand

fast fürchtete ich um den Verstand.

 

Ein Küsschen links, eins rechts, das Dritte,

das gab es leidenschaftlich in die Mitte!

Und ist die Liebe entflammt für mich,

so ist sie reserviert, allein für dich.

 

Dann bist du gelaufen, ganz geschwind,

so ängstlich, wie halt Mädchen sind,

du hattest Angst, das zu verschenken,

woran wir Männer immer denken.

 

Ich sah dir nach, ein Mann der Poesie,

wollte dich streicheln, nur ganz sachte

doch du warst scheu und dachtest nie,

dass ich nur an die Liebesverse dachte.

 

Was nützt dir Schönheit, äußerst weiblich

dein Liebreiz, der vor allem leiblich,

wenn du vor lauter Angst und Intellekt

vor mir davonläufst und dich versteckst.

 

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