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Lyrisches Intermezzo

Wulf E. Bley Gedichte sind überwiegend in der Schweiz und auf Mallorca entstanden. Seine leicht verständlichen, aber dennoch tiefen Inhalte lassen auf ein bewegtes Leben schließen. Im Lyrischen Intermezzo finden Sie Schönes und Bedenkenswertes zu vielen Themenbereichen. Unter anderem folgende Gedichte:

Klage eines Politikers

Wahrheit, Anstand, Stolz und Würde

Sind keine Tugenden, nur Bürde!

An den Leser

Hast du getragen wie ich

so manche Last im Leben,

wirst du verstehen mich

und gehst mit mir zurück

ein kleines Stück

auf wechselhaften Wegen.


Gier und Reichtum

Gier und Reichtum tun nicht gut,

Armut folgt dem Übermut!

Soldatenschicksal

Auf dem langen Weg nach oben
lass uns miteinander gehn,
von Erlebtem reich umwoben,
bis wir auf dem Gipfel stehn.

Auf dem Baumstamm lass uns nieder,
innehalten und ein wenig träumen,
wir hören wohlvertraute Lieder
von dem Wind in alten Bäumen.

Kirchenläuten klingt zu uns herauf.
Ich sehe deinen sorgenvollen Blick.
Lass uns weitergehen, Stück für Stück,
Unser Leben hat seinen eigenen Lauf.

Letzte schöne Bilder zaubern leise
Erinnerungen aus dem Leben,
sie entrücken uns, in ihrer Weise,
während wir gemeinsam weiter streben.

Und wieder seh´ ich deinen Blick.
Schau ein letztes Mal zurück.
Der Marschbefehl gab zu verstehen,
wir müssen nun bald weiter gehen.

Und es nützt kein Sinnen oder Klagen
über Sorgen und auch Mühen,
denn in wenigen, nur kurzen Tagen
werden wir vondannen ziehen.

Lass uns jetzt nach vorne sehen,
Abschiednehmen gehört dazu.
denn leider lässt Soldatenleben,
uns nirgends finden uns´re Ruh`.

Schau noch einmal auf das Abendglühen,
Genieße jetzt das friedlich` Bild,
denn, auch wenn wir weiterziehen
Grüßt die Heimat, freundlich mild.

Und dieser Gruß, er will uns fragen:
Ist dass nun das lang ersehnte Glück?
Ja und Nein, es ist Hoffen und Entsagen,
klingt als Antwort es zurück.

Und das Schicksal lässt erahnen:
das ist des Soldatenlebens Spur:
Ziehen abseits fester Bahnen,
Träumend von der Heimat Wald und Flur.

Der arme Poet


Er dichtete, es war sehr kalt,

es läutete kurz an der Tür,

er öffnete sie einen Spalt,

es war ein Mann, klein wie ein Kind.

Er sprach: „Von einem Freunde hab ich heut,

bekommen dieses Stück Papier,

ich bin darüber sehr erfreut.

Sag mir, ist das Gedicht von dir?“

„Und dann noch, bitte sehr, mein Herr

Wo, wann und wie in dieser Welt

bekommst du alle Verse her,

die hier sind zusammengestellt?“

Der Dichter, ein sehr armer Mann

ergriff darauf das Wort:

„Ich schreibe alles, so gut ich kann,

die Verse schrieb ich in einem fort.“

Der Fremde: „Schön, wie du sie schriebst,

auch ich wär` gern ein Musensohn,

dass du das Schreiben oder Dichten liebst,

all das erkenn ich schon.

Aber sagt mir, lieber Mann,

so sehr bewundere ich dich,

wie man all die Verse schreiben kann?

Das überraschte und erstaunte mich.“

„Ich dichte hier zu jeder Stund`,“

sprach der Dichter da zu ihm,

und lachte. Mit verzerrtem Mund

warf er verächtlich hin:

„Nimm in die Hand ein Kirchenbuch

wenn du heimgekehrt,

dort findest du auch einen Spruch,

der dich schnell belehrt.

Danach gilt der Prophet

nichts im eigenen Land;

tausch den Namen mit „Poet“,

dann hast du meinen Wert erkannt.

Denn des Poeten ganzer Lohn,

das sag ich jetzt zu dir,

ist oft nur Einsamkeit und Hohn!

Du zweifelst? Bitte glaube mir!

Der meisten Menschen ist

der folgenden Gedanken Lauf:

Hinter seines Nachbarn´ s Mist,

hört die Welt bereits schon auf.

Wer jedoch die Menschheit nur

nach seinen wahren Werten misst,

erkennt bald ihre wirkliche Natur,

wie sie schon immer war und ist.

An des Jägers Sohn

Schau dort, die Blätter an Sträuchern und Baum.

Sie wiegen sich im Frühlingstraum.

Siehst du die Vögel in ihrem bunten Gewand?

Bald kommt der Sommer in das Land.

Und schon hat in unserer kleinen Welt

der Sommer sich eingestellt.

Die Farbenpracht siehst du jetzt überall,

auf dem Berg und auch im Tal.

Der Herbst täuscht mit kühlender Frische,

goldfarbenes Sterben liegt in der Natur,

man hört nun das Röhren der Hirsche,

bald wird es still sein in weiter Flur.

Und plötzlich kommen die Winde kalt.

Fort sind die Blumen, das Gras und das Laub.

Eis und Schnee liegt über dem Buchenwald.

Sie alle wurden des Winters Raub.

Doch die Bäume stemmen sich groß und stark,

gegen des Winters vergeblichen Droh´ n,

kräftig, gesund bis ins innerste Mark

trotzen sie den Stürmen mit beißendem Hohn.

Stark, ob im Frost oder Blühen,

sehen sie die Zeiten vorüberziehen.

Drum sage ich dir, wenn auch im Laufe der Zeit,

dir der Sturm die Früchte des Lebens zerstreut,

schau auf die Bäume und ihre starken Äste.

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