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BANKEN und Finanzkrise

 

(zur Finanzkrise 2009/20011)

 

 

1.      Banker leben schön

 

Wir Banker sind ganz aus dem Häuschen,

und lachen uns ins Fäustchen,

haben selten so gelacht:

Über uns hat keiner Macht!

 

Das Volk findet es zwar unverschämt,

doch wir sagen unverbrämt,

was man sich nicht einfach nimmt,

ist sonst für andere bestimmt.

 

Lass die andern zahlen ihre Soli,

wir nehmen weiter reichlich Boni,

auch wenn man uns diese nicht gönnt:

Wir haben eben nicht gepennt!

 

Warum auch sollten wir verzichten?

Der Steuerzahler wird´ s schon richten.

Auch wir müssen sehen, wo wir bleiben

und wollen nicht an Geldnot leiden.

 

Das Leben als Banker ist doch schön,

wir können feiern und auch lachen,

was interessiert uns anderer Gestöh´ n,

wir lassen es so richtig krachen.

 

In dieser gnadenlosen, harten Welt,

zählt bekanntlich nur das Geld,

und wer davon sich reichlich besorgt,

hat irgendwann auch ausgesorgt.

 

Wir Banker sind meistens Gewinner,

so war es und so ist´ s noch immer.

Nach der Krise ist der Völker Leid

wieder einmal der Banker Freud´!

 

Geld zu machen ist unser einziges Ziel,

und das wird uns auch nie zu viel.

Denn sind wir erst einmal Millionär,

geben wir uns staatsgetreu und fair.

 

Unser Geld verlagern wir in die Schweiz,

das hat so seinen Kick und Reiz.

Da bleibt es geheim und sicher gebunden,

unser Vermögen wird dabei gesunden.

 

Wir Banker greifen gern in die vollen Kassen,

solange Regierungen uns machen lassen.

denn auch Politiker und Führungsspitzen

geben sich laufend finanzielle Spritzen.

 

2.      Macht

 

Die Bürger der Staaten fordern mehr Kontrollen,

die Politiker scheinen sie aber gar nicht zu wollen,

sonst hätten sie längst dafür Gesetze gemacht.

Nein, nein, wir haben immer noch die Macht.

 

Derweil die Kurse der Staatsanleihen sinken,

werden wir auf freie Marktwirtschaften trinken.

Wir haben schon immer als Letzter gelacht,

denn Politik wird in Wahrheit von uns gemacht.

 

Manche Medien halten dabei ihren Mund,

und das hat auch einen guten Grund:

Sie wollen nämlich kein Geld verlieren,

darum werden wir sie weiter schmieren.

 

Denn wenn wir keine Werbung machen,

haben die Medien nichts mehr zu lachen.

Sie schaufeln mit Politikern gemeinsam das Grab,

denn sie lenken von den wirklichen Ursachen ab.

 

Anstatt nämlich die Länder zu regieren,

schauen sie ohnmächtig zu und diskutieren.

Uns Banker kommen die Sozial- und Moraldebatten

dabei schon lange nur allzusehr zustatten.

 

Es gibt Leute, die nennen uns „Bankster“,

das klingt fast so, als wären wir Gangster.

Nur weil die Finanzwelt gerät ins Wanken,

verwünscht man uns und alle Banken.

 

3.      Ende des Euro

 

Der Euro ist wahrscheinlich bald am Ende,

es folgt dann vermutlich die Währungswende.

Und wenn es in Europa mal so richtig kracht,

haben wir ein Meisterwerk vollbracht.

 

Man kann das Volksvermögen drauf verwetten,

dass die EU die Griechen und Iren nur ungern retten.

Dann wird Portugal und Italien kalt erwischt,

was nur eine Frage der nächsten Monate ist.

 

Regierungen und Bundesbanken wissen Bescheid,

sie sitzen schon längst in den Startlöchern bereit.

Eine neue Währung muss her, so wird gedacht,

die wird aber nur für ein paar Jahre gemacht.

 

In Frankreich wird der „Gold-Franc“ vorbereitet,

ein Schelm und Narr, wer das ernsthaft bestreitet.

Hat unser Nachbar doch tonnenweise Gold

in den letzten Jahren aus den USA geholt.

 

Ist der Euro dann endlich von uns gewichen,

wird das Volksvermögen einfach gestrichen.

Damit tilgt auch Deutschland seine Schulden,

wir müssen uns nur noch ein wenig gedulden.

 

Wir Banker sind darauf bestens vorbereitet,

dumm ist, wer das nicht sieht oder gar bestreitet.

Wir sammeln Gold für uns und die Kunden ein,

denn Papiergeld wir bald wertlos sein.

 

Wir nehmen gerne Abschied vom Euro,

er war bisher ohnehin nichts als ein Teuro.

Am liebsten lassen wir uns unseren Sold

bezahlen in Münzen aus Silber und Gold.

 

Gold und Silber und auch der Schweizer Franken

geraten dabei nicht so schnell ins Schwanken.

Beide werden wir optimal stützen,

denn sie werden unser Vermögen schützen.

 

Man wird zwar den Euro zu retten versuchen,

und das Volk die Regierungen verfluchen,

doch jeder Versuch ist ohne Vernunft,

denn wer pleite ist, hat fast keine Zukunft.

 

Dabei rettet man aber nicht das marode Land,

sondern fährt es erst richtig gegen die Wand.

Vielmehr rettet man das Vermögen der Spekulanten,

und das sind wir, die Zocker, Kunden und Banken.

 

4.      Wir zocken

 

Wenn die Wirtschaft gerät aus den Fugen,

sind wir aber nicht alleine die bösen Buben.

Schuld ist vor allem die „Spekulantenbrut“,

die in der Gier verzocken ihr Hab und Gut.

 

Das reine Bankgeschäft ist uns nicht heilig,

nur Geld zu verleihen, das ist langeweilig.

Wir zocken wie im Casino, Stund` um Stund`,

dabei stoßen wir uns erst richtig gesund.

 

Ob Fleisch,  edle Metalle, Getreide, Öl oder Gas,

mit allem zu handeln, das macht uns Spaß.

Dabei setzen wir Marktgesetze außer Kraft,

und so schmort die Wirtschaft im neoliberalen Saft.

 

Daneben verkaufen wir kräftig auch Aktien leer,

das verstärkt den Kick noch wesentlich mehr.

Hinsichtlich der Staaten wetten wir auf ihre Pleiten,

niemand wird das wohl ernsthaft bestreiten.

 

Und haben die Kunden einmal angebissen,

haben wir Banker kein Gewissen.

Allein der Profit ist für uns wichtig,

nur wenn der stimmt, war alles richtig!

 

Bleiben Kunden dabei auch auf der Strecke,

machen wir sie am Ende ganz zur Schnecke,

denn der Staat gibt ihnen nur wenig Rechte:

Wir sind die Herren, sie bleiben die Knechte!

Die Bürger begreifen schnell und immer wieder,

dass die BaFin ist nichts als ein zahnloser Tiger.

Doch wir beraten die Kunden stets korrekt

Gibt es mal Fehler, so werden sie gut versteckt.

 

Was eine Prüfung ergibt, ist ohnehin geheim.

Im Grunde ist das zwar ziemlich gemein,

doch wir haben die Gesetze nicht gemacht,

aber über die Macher herzlich gelacht!

 

Da kann sich die Opposition ruhig beschweren,

wir wussten uns schon immer gut zu wehren.

Wir werden Regierungen auch weiterhin schmieren,

unsere Lobby kann somit auch nicht verlieren!

 

Karl Marx sagte vor langer Zeit einmal:

„Grenzen kennt kein Kapital“.

Globalisierung nennt man heute das,

da macht das Zocken erst richtig Spaß.

 

Und ist euch noch so sehr zum Kotzen,

wir kleckern nicht, sondern klotzen.

Und so spekulieren wir immer weiter,

das globale Zocken stimmt uns heiter.

Sollte die Wirtschaft irgendwann kollabieren,

werden die Menschen schnell kapitulieren.

Wenn der Zahlungsverkehr zusammenbricht,

ist das für viele so eine Art „Jüngstes Gericht“.

 

Verstaatlichung der Banken, fordert eine Partei.

Durchs ganze Land geht laut ein Geschrei.

Dabei haben wir Banker den Staat in der Hand,

denn Bankenpleiten schädigen das ganze Land.

 

Solange Regierungen uns gewähren lassen,

werden wir weiter zocken und sie erpressen.

Und sollte man uns eines Tages auch dafür hassen,

so wird man uns wenigstens nicht vergessen.

 

5.      Pleiten

 

Doch die Länder, die vielleicht dabei untergehen,

werden mit Kapitalspritzen wieder auferstehen.

Sie werden damit eine Weile weiterleben,

zumindest solange, wie wir Kredite vergeben.

 

Doch ihr Untergang ist nicht aufgehoben,

er ist nur ein wenig aufgeschoben.

Denn das weiß man, so auch wir Banker,

mehr teure Kredite machen nur kränker.

 

Das Beste an unseren einträglichen Taten

ist vor allem der Handel mit Derivaten.

Puts oder Calls verlangt man im jedem Land

und reißt sie uns gierig aus der Hand.

 

Doch statt uns das Handeln damit zu verbieten,

drucken die Notenbanken neue Blüten.

Die Gewinne bleiben uns dabei ganz privat,

Verluste kauft dann irgendwann der Staat.

 

Geld war schon immer ein munterer Wanderer,

es ist ja nicht weg, es hat nur ein anderer.

Wir sehen es freudig und sagen ungeniert,

die Hauptsache ist, dass es oft und viel zirkuliert.

 

Und während wir weiter gegen den Euro wetten,

versuchen die Europäer ihre Währung zu retten.

Doch hat das noch niemandem etwas gebracht,

denn wir haben und behalten weiter die Macht.

 

Europas Länder haben eine Verschuldungskrise,

wir machen daraus gern eine Währungskrise.

 

Der Eurorettungsschirm soll zwar die Staaten stützen,

er wird aber vor allem uns und die Banken schützen!

 

Mögen die Länder Europas zusammenkrachen,

wenn wir Banker nur zusammen lachen,

handeln, kämpfen und fest zusammenstehen,

werden wir reicher und können nicht untergehen.

 

One Response to “Banken und Finanzkrise”

  1. on 17 Jul 2011 at 11:09Leon

    Aufschlussreiche Ausfuehrungen! Ich werde mich damit mal intensiver beschäftigen! Bin gespannt auf neue Eintraege!

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