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Europa

A)   Zur Sendung Anne Will am 07.05.2014, 23:10 Uhr: Steuerungerechtigkeit mit System. - Warum werden nur die Reichen immer reicherKjøp Canada Goose Parker ?

B)   Zur medialen Canada Goose online Berichterstattung über Europa.

 

Von Wulf E. Bley

 

Die Gewerkschaften erkämpften für Arbeitnehmer Lohnsteigerungen, die nicht einmal den Inflationsausgleich der Vergangenheit bewirkten. Händereibend freut sich Minister Schäuble über die durch die „Kalte Progression“ entstandenen Milliarden Steuermehreinnahmen. Glaubt er doch trotz beispielloser sozialer Kälte „einen guten Job“ gemacht zu haben.

Unsere Politiker, vor allem die jetzige „Große Koalition“ sollten sich aber dabei schämen. Das einzig Große an ihr war und ist nach der Wahl ihre unverzügliche Selbstbedienung hinsichtlich ihrer Diätenerhöhung. Bezeichnend ist auch die Festlegung der Höhe ihrer steuerfreien Tagessätze für ihre Anwesenheit im Europaparlament auf Kosten jener Arbeitnehmer, die den “Laden Bundesrepublik” durch mühevolle Arbeit zusammenhalten. Ihre Überheblichkeit, Kleingeistigkeit und Ungerechtigkeit ist kaum zu überbieten. Sie sind nur für sich selbst und die sie unterstützende/bestechende Lobby, aber nicht für die breite Bevölkerung da.

Und nun zur medialen Berichterstattung über Europa:

Im Vorfeld der unmittelbar bevorstehenden Europawahlen werden immer wieder Menschen mit der Frage konfrontiert: Was halten Sie von Europa?

Die Frage ist so absurd wie die Antwort durchgängig: Europa ist eine tolle Idee, denn der jahrelange Frieden in Europa spricht für sich. Nur was die Politiker daraus machen ist leider vielfach falsch!

Warum?

Weil die Politiker überwiegend an ihre eigenen Vorteile, statt an die Sorgen der breiten Bevölkerung denken.

Ein aufgeblähter, kostenintensiver Verwaltungsapparat ist dabei nur ein Aspekt.

Der „Euro“ ist ein anderer. Es gibt Länder, die ihre Volkswirtschaft über sogenannte Währungsparitäten nicht mehr steuern können und damit ihre intereuropäische Konkurrenzfähigkeit verloren haben. So zum Beispiel Griechenland, Spanien, Portugal, Italien (also überwiegend der Süden).

England und einige andere nordeuropäische Länder haben es vorgemacht. Sie gehören unzweifelhaft zur Europäischen Union ohne aber den Euro und damit die Nachteile zu haben.

Sicherlich überwiegen die Vorteile einer einheitlichen Währung, gerade im Zahlungsverkehr untereinander. Dies würde aber eine politische und wirtschaftliche Einheit, nämlich z. B. ähnliches Lohnniveau, einheitliche Steuern, Rentensysteme, Gesundheitssysteme, Produktivität etc. auf allen Ebenen voraussetzen, die es in Wirklichkeit jedoch nicht gibt.

Solange dies nicht geregelt ist bleiben die „Vereinigten Staaten von Europa“ mit einer den USA vergleichbaren Währung m. E. nichts als eine Utopie.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Politik in allen Europäischen Staaten die Wirtschaft und die Reichen in einer Weise begünstigen, was zukünftig für sozialen Sprengstoff sorgen und radikale Kräfte stärken könnte.

Ebenso müsste es die Europäische Union schaffen, die internationalen Schlupflöcher für Steuersünder zu schließen. Das betrifft vor allem die Großkonzerne, die ganz „legal“ ihre Milliardengewinne in Steueroasen parken. Dabei ist die vielfach angeprangerte Schweiz nahezu unbedeutend.

Das gilt aber auch für Banken, vor allem den sog. Schattenbanken, die ihre Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren. Die Trennung vom reinen Kreditgeschäft und dem Handelsgeschäft sollte endlich durchgesetzt werden.

Es kann auch nicht gut bei der Bevölkerung ankommen, dass Kapitalerträge niedriger besteuert werden als Arbeitseinkommen. Wo bleibt da der verfassungsmäßig garantierte Gleichheitsgrundsatz? Umgekehrt wäre es verständlich!

Allein die jüngste Diskussion darüber, ob die Energieriesen den zukünftig zu erwartenden Verlust aus dem Atomausstieg auf die Steuerzahler abwälzen können, (analog dem System der sogenannten „Bad-Banks“), ist so absurd, wie die generelle Erpressbarkeit der Politik, wenn es um die Rettung zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsstärkung (s. Energiepolitik) der Industrieriesen geht, ganz nach dem Motte, je größer, desto rettungswürdiger. Die Klein- und Mittelbetriebe in ganz Europa können von einer solchen Bevorzugung nur träumen.

Der so in Europa praktizierte „Neokapitalismus“ wird auf Dauer scheitern, wenn diese Ungerechtigkeiten nicht beseitigt werden und eine gerechte Umverteilung von oben nach unten nicht angepackt wird.

Aber wenn wir die falschen Parteien oder gar nicht wählen, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir die Regierungen bekommen, die wir letztlich auch verdienen.

Outlook.com - wulfbley@msn.com

“Zeitbombe Steuerflucht”

http://future.arte.tv/de/thema/steuerflucht

Die brisante Reportage: “Zeitbombe Steuerflucht”

Veröffentlicht am von politropolis.de | 1 Kommentar

Die Reportage “ZEITBOMBE STEUERFLUCHT” (Arte Frankreich, 2012, 91min)  wurde in der deutschen Fassung gestern auf dem Kultur-Sender gezeigt.

“Internationale Konzerne können Milliardengewinne erwirtschaften, ohne Steuern zahlen zu müssen. Wohlhabende Bürger wiederum bringen ihre Reichtümer mit Hilfe des Schweizer Bankgeheimnisses oder durch in Jersey ansässige Firmen vor dem Fiskus in Sicherheit. Finanzexperte und Journalist Xavier Harel bietet einen fesselnden Einblick in den Wirtschaftszweig Steuerflucht. Er enthüllt Steuersparmodelle, reist in Steuerparadiese und deckt den Zynismus der Banken auf”, so lautet der Einführungstext zum gut gemachten und gut verständlichen Beitrag, der durch zahlreiche Aussagen der Betroffenen, der agierenden Akteuere untermauert: Dass die Kluft zwischen Arm und Reich sich immer weiter vergrößert, liegt am mangelnden Willen und der mangelnden Durchsetzung der Staatenlenker, diesen Missbrauch effektiv und international einzudämmen. Interessant hierbei sind auch die Aussagen von Jean Ziegler, der in der Reportage ausführlich zu Wort kommt. “Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, erarbeiten die Banken neue Strategien, um ihren reichen Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen.” (1)

Der Beitrag lief auf dem Kultursender Arte, den viele noch nicht einmal auf ihrer Senderliste abgespeichert haben. Währenddessen wurde zeitgleich im “Ersten”, dem Hauptsender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die “Wahlarena” vor ausgesuchtem Publikum inszeniert und den etablierten Parteien und gesponserten Kandidaten, GEZ-finanzierte Wahlwerbung ermöglicht.

Wenn Kultursender die wirklich brisanten Reportagen bringen und das politische Kabarett heute Information und Aufklärung betreiben muss, stellt sich einmal mehr die Frage nach Mitbestimmung der Bürger im Verhältnis zu der Macht der Parteien und Lobbies in den öffentlich-rechtlichen Sendern, die von uns Zuschauern finanziert werden.

http://politropolis.wordpress.com/2013/09/11/die-brisante-reportage-zeitbombe-steuerflucht/

Mein Kommentar dazu:

Warum spricht denn niemand von den großen Parteien vor der Wahl darüber, ob und wie man zukünftig Steuerflucht bekämpfen und damit zumindest eindämmen will? Wenn diejenigen, die an den Völkern dieser Welt Milliarden verdienen, sich ihren gesellschaftlichen Pflichten entziehen, darf man von den Menschen keine “Steuermoral” erwarten. Die globale Verarmung der Menschen ist kein Ausgabe- sondern ein Einnahmeproblem.

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Staatsverschuldung und soziale Gerechtigkeit sind nur ein Vermögensumverteilungsproblem

 

Von Rechtsassessor Wulf E. Bley

 

Als Staatsverschuldung bezeichnet man die zusammengefassten Schulden eines Staates, also die vom Staat an Dritte (gemeint sein können hier nur andere Staaten) geschuldeten Verbindlichkeiten.

Die Staatsverschuldung wird dabei in der Regel „brutto“ betrachtet, das heißt, die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten werden nicht um die Forderungen des Staates gegenüber Dritten vermindert ausgewiesen.

Dies ist die erste bilanztechnische Fehldefinition, denn natürlich müssen Verbindlichkeiten mit Forderungen gegen andere Staaten verrechnet werden.

Nach Eurostat ist der öffentliche Schuldenstand im Vertrag von Maastricht definiert als Brutto-Gesamtschuldenstand des gesamten Staatssektors zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung, also Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten (nur) innerhalb des Staatssektors.

Der Staatssektor umfasst dabei Zentralstaat und Extrahaushalte, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung.

Wenn wir aktuell in den Medien z. B. von der deutschen oder amerikanischen Staatsverschuldung sprechen, dann meint man z. B. in Deutschland oder den U.S.A.  nicht deren Verbindlichkeiten gegenüber Drittländern, sondern man spricht über die interne Verschuldung der Bürger untereinander und vor allem gegenüber den Banken oder deren Engagement beim Ankauf von Inhaberschuldverschreibungen, Hypothekenbriefen und ausländischen Staatsanleihen und deren Weiterverkauf.

Bei all diesen Überlegungen und komplizierten Definitionen über Staatsverschuldung ist es m. E. unzulässig - zumindest im Verhältnis der inländischen Gläubiger und Schuldner - von einer „Staatsverschuldung“ zu sprechen.

Es gibt nur eine „(Staats-) Bürgerverschuldung“!

Wenn wir nämlich das Vermögen der Menschen - zumindest in den meisten bedeutenden und erfolgreichen Industrienationen - gerecht (um)verteilen würden, hätten diese Staaten so gut wie keine „Staatsverschuldung“, sondern ein positives „Staatsvermögen“.

Ein Staat besteht (völkerrechtlich) nicht nur aus dem Staatsgebiet und der Staatshoheit, sondern vor allem aus dem Staatsvolk, also der Summe aller Familien.

Bei einer Familie würden wir nicht auf die Idee kommen, von einer „Familienverschuldung“ sprechen, schon gar nicht, wenn die Forderungen und Verbindlichkeiten sowie vorhandenen Sachwerte, also die Summe aller Vermögenswerte sämtlicher Familienangehörigen bilanztechnisch ausgeglichen oder gar positiv wäre.

Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die Zahl der Menschen steigt, die ein Millionen- oder gar ein Milliardenvermögen besitzen und schon mehrfach öffentlich erklärt haben, sie würden gerne an den (ihren) Staat, gemeint sind damit natürlich ihre Mitbürger, einen nicht unwesentlichen Teil ihres Vermögens freiwillig hergeben würden (so z.B. G. Soros und W. Buffett, die zu den reichsten Menschen der Welt gehören), um die soziale Schieflage und Armut zu bekämpfen.

Und auch das muss einmal gesagt werden: So viele Milliardäre wie heute gab es in der gesamten Menschheitsgeschichte noch nie, – und das bereits zwei Jahre nach der sogenannten „Finanzkrise“.

Eintausendzweihundertundzehn Dollarmilliardäre verzeichnet die neue Forbes-Liste (die weltweit Nichterfassten nicht mitgerechnet), also fast zweihundert mehr als vor einem Jahr. Die drei reichsten Menschen sind dabei die Gleichen geblieben.

Es sind:

Der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer, Carlos Slim Helu, der mit mehr als 74 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro) Platz eins in der Welt einnimmt. Dahinter folgen der Microsoft-Gründer Bill Gates mit 56 Milliarden Dollar und der Investor Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar.

Allein die zehn Reichsten Menschen der Welt verfügen über ein Vermögen von über dreihundertzweiundvierzig Milliarden Dollar.

Wenn in Deutschland beispielsweise die reichsten Leute nur die Hälfte ihres Vermögens an den „Staat“ abgeben würden (der es allerdings zum Wohle seiner Bürger umverteilen also weitergeben müsste, oder etwaige Schulden von Drittländern tilgen würde), gäbe es keine „Bürgerverschuldung“.

Und anderen exportstarken Staaten, so wie auch den USA ginge es ebenso.

Das Wesen einer Gemeinschaft ist es nämlich - wie in einer Familie - für einander einzustehen.

In Art. 14 Abs. 2 GG heißt es: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Im Beschluss des BVerfG vom 22. Juni 1995 - 2 BvL 37/ 91 heißt es u.a.: „Die Vermögenssteuer darf deshalb zu den übrigen Steuern auf den Ertrag hinzutreten, soweit die steuerliche Gesamtbelastung … in der Nähe einer hälftigen Teilung zwischen privater und öffentlicher Hand verbleibt.“

Spuren einer Sozialpflichtigkeits-Theorie finden sich bereits in der Antike, etwa in Marcus Tullius Ciceros.

Gemäß Cicero sollen wir „den gemeinsamen Nutzen in den Mittelpunkt stellen und durch gegenseitige Leistungen, durch Geben und Nehmen, ferner durch Fachkenntnisse, Hilfeleistung und materielle Mittel das Band der Zusammengehörigkeit der Menschen untereinander knüpfen.“

In der Enzyklika Rerum Novarum (1891) zitiert Leo XIII. Thomas von Aquin: „Der Mensch muss die äußern Dinge nicht wie ein Eigentum, sondern wie gemeinsames Gut betrachten und behandeln, insofern nämlich, als er sich zur Mitteilung derselben an Notleidende leicht verstehen soll. Darum spricht der Apostel: „Befiehl den Reichen dieser Welt,… dass sie gerne geben und mitteilen.“

Eine gemeinsame Mitverantwortung gilt übrigens auch für die EU, aber nur unter der Voraussetzung, dass es einheitliche Gesetze und Regeln (sowie deren Kontrollen und Machtbefugnisse zu deren Durchsetzung) sowie eine gemeinsame (Sozial) Politik gäbe.

Haben wir aus der Geschichte und diesen vorerwähnten sozialphilosophischen Erkenntnissen etwas gelernt?

Nein! Schon immer waren Armut und staatliche Willkür der Nährboden für Gewalt, die sich in Form von Revolutionen oder Terror äußerte.

Wenn die Flammen der Revolution auch noch nicht brennen, so schwelt schon die lichtlose Glut (Occupy-Bewegungen), bis irgendein Anstoß die Winde entfacht, um sie zum flammenden Fanal werden zu lassen. Mühsam und gequält erhält vielerorts der Gummiknüppel gegen die „nach Schwefel riechender Umstürzler“ eine Scheinordnung.

Der Neokapitalismus hat uns gelehrt, dass Kriege und Revolutionen um materieller Dinge wegen entstehen.

Die Wirtschaft in ihrer kapitalistischen Ausprägung darf jedoch nicht Selbstzweck sein. Sie ist heute aber sowohl gleichsam das Stoffwechselorgan einer Nation, als auch zugleich eines ihrer Kampfmittel. Und das, was man heute Weltwirtschaft nennt, ist nichts anderes als die Kampfebene, auf der die Nationalstaaten der Völker miteinander, um Vorherrschaften und Ressourcen ringen.

Nichts gegen eine gesunde Wirtschaft. Wird sie aber Selbstzweck, wendet sie sich so gegen ihre eigentliche Natur, so verhilft sie dem Willen zum Wohlleben oder Reichtum zum Siege über dem Willen zum Leben und richtet sich selbst und mit ihr das Volk zugrunde. Und dann wachsen die sozialen Spannungen ins Unerträgliche.

Durch den Euro ist Europa zwar außenpolitisch sicherer, aber auch zugleich innenpolitisch anfälliger geworden.

Zunehmender Neid und Rückbesinnung auf nationale Interessen mit unterschiedlichen Sozialstandards und ökonomischen Voraussetzungen gefährden die Einheit. Die Mehrheit der Deutschen zweifelt am Nutzen des Euro (so die FAZ am 17.September 2012). Und weiter heißt es dort: „Die Europaskepsis ist so groß wie nie, nur noch 31 % haben insgesamt noch ein positives Bild von der EU!“

Kein Wunder: Sollen wir doch andere Eurostaaten retten und unsere zunehmend verarmenden Massen rettet keiner!

Und wo ist eigentlich die christliche Gesinnung der CDU, die doch das Christliche im Namen trägt?

Wo ist das Soziale in der SPD?

Wo die Freiheit in der FDP? (Sie predigt eine Art von  „Sozialdarwinismus“)

So unchristlich, unsozial und unfrei, um nicht zu sagen versklavt wie heute, waren die Menschen schon lange nicht mehr.

Und die Demokratie, wo ist sie?

Davon können wir nur träumen. Die reale Macht hat das Volk an einige wenige Parteien und deren Abgeordnete abgegeben. Und die werden überwiegend gekauft! Das öffentliche Fernsehen bringt das immer mehr ans Tageslicht.

Die Großindustrie bestehend aus der Energie-, Pharma-, Nahrungs- und Finanzkonzerne bestechen die Politiker und Parteien und machen durch ihren Lobbyismus weltweit ihren unheilvollen Einfluss geltend bis hin zur Legislative. Teilweise schreiben sie schon Gesetze und Verordnungen vor, die dann von den Regierungen einfach übernommen werden.

Sie verletzen somit eine der Grundvoraussetzung eines funktionierenden Rechtsstaates. Die Politik ist so schon längst vom Hammer zum Amboss geworden.

Denn was machen die Regierungen bzw. was machen sie nicht?

Sie kontrollieren deren Einflussnahme nicht, Kartell- und Regulierungsbehörden entlarven sich als zahnlose Tiger, die Banken lässt man frei gewähren und weiter zocken.

Die Politiker (aller regierenden Parteien) lassen sich von den Banken zu Lasten der Steuerzahler erpressen und an der Nase herumführen.

Sie schonen die Reichen (erinnern wir doch einmal daran, wie die Rot-Grüne-Regierung den Spitzensteuersatz gesenkt und die Vermögenssteuer abgeschafft hat), deren Vermögen sich praktisch im Schlaf auf dem Kapitalmarkt durch Zins und Zinseszins vermehrt, während die hart arbeitende Bevölkerung steuerlich ungleich höher belastet wird, mit dem Ergebnis, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in unerträglichem Masse größer wird.

Wie sagte schon Georg Büchner in seinem „Woyzeck, der begrenzte Mensch“:

„Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabschaut!“

Die Menschen wissen das zwar schon alles, aber sie wählen immer die gleichen Parteien und Politiker. Dadurch bekommen sie am Ende auch das, was sie verdienen:

Nämlich eine gigantische Bürgerverschuldung ohne Aussicht auf Schuldentilgung. Um die Probleme zu verschleiern, wird die Notenpresse angeworfen, um zeitlich und mengenmäßig unbegrenzt Geld zu drucken. Das hält die Zinsen für die Banken tief, die dann ihrerseits das ohnehin schon genasführte Volk mit überhöhten Zinsen zusätzlich überfordern.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Ist das soziale Gerechtigkeit? Was ist das überhaupt?

Das Grundgesetz bestimmt in Art. 20 Abs. 1 GG: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“

Das Sozialstaatsprinzip ist damit im Grundgesetz verankertes Staatsziel. Das Sozialstaatsprinzip verpflichtet den Gesetzgeber, die Rechtsprechung und die Verwaltung dazu, nach sozialen Gesichtspunkten zu handeln und die Rechtsordnung dementsprechend zu gestalten.

Der Begriff der Gerechtigkeit bezeichnet einen idealen Zustand des sozialen Miteinanders, in dem es einen angemessenen, unparteilichen und einzufordernden Ausgleich der Interessen und der Verteilung von Gütern und Chancen zwischen den beteiligten Personen oder Gruppen gibt.

Aus diesen beiden Prinzipien werden fünf Dimensionen „sozialer Gerechtigkeit“ abgeleitet:

  1. Vermeidung von Armut
  2. Soziale Chancen durch Bildung
  3. Soziale Chancen durch einen integrativen Markt (Beschäftigungsquote, angemessene Einkommensverteilung)
  4. Berücksichtigung der besonderen Rolle der Frau
  5. Soziale Sicherung (Gesundheits- und Sozialausgaben im Verhältnis zum Sozialprodukt)

 

Zu 1. Vermeidung von Armut

Am 11.03.2013 konnte man im Spiegel Online in einer Kolumne von Jakob Augstein folgendes lesen:

„Die Bundesregierung hat versucht, den Armutsbericht zu schönen - dennoch zeugt er von der sozialen Misere im Land. Zehn Jahre nach Verkündung der Agenda 2010 ist die Ära der sozialen Marktwirtschaft am Ende.“

So heißt es weiter:

Eine große Enteignung hat stattgefunden. Aber in Deutschland sind nicht die Reichen enteignet worden. Sondern das Volk. Der “Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung”, der in der vergangenen Woche vorgelegt, legt davon Zeugnis ab. Man muss genau hinsehen, um die traurige Botschaft des Berichts zu entziffern. Die Regierung hat sich in den vergangenen Monaten viel Mühe gegeben, die Lage zu schönen und zu manipulieren. Aber an der Wahrheit konnte sie nichts ändern: Deutschland ist ein ungerechtes Land. 1970 besaß das oberste Zehntel der (West)-Deutschen 44 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens. 2011 waren es 66 Prozent. Die - von der Masse der Menschen getragenen - Lohn-, Umsatz- und Verbrauchsteuern ergeben 80 Prozent des gesamten Steueraufkommens, die Unternehmens- und Gewinnsteuern machen nur zwölf Prozent aus. Fast acht Millionen Menschen in Deutschland arbeiten für Niedriglöhne. Etwa zwölf Millionen leben an oder unter der Armutsgrenze. 25 Prozent der Beschäftigten in Deutschland haben sogenannte prekäre Jobs: Leiharbeit, Zeitarbeit, Werkverträge, Praktika. Jeder zweite neu zu besetzende Arbeitsplatz ist befristet.

Das Kartell der Profiteure schafft sich seine eigene Wirklichkeit:

Man könnte immer weiter solche Statistiken vortragen, manche stecken in dem Bericht, andere wurden von Sozialwissenschaftlern zusammengetragen. All das ist in Wahrheit längst bekannt. Aber die Mehrheit der Leute zuckt nur gleichgültig mit den Schultern. “Es bleibt bisher eine offene Frage, weshalb sich nur geringer Widerstand gegen die maßlose Einkommens- und Vermögenssteigerung regt”, sagt der Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler.

Dabei müsste Wehler die Antwort kennen: Was sind schon Zahlen im Vergleich zu Interessen? Und was ist schon die Wirklichkeit im Vergleich zu den Strukturen der Macht? Die Industrie, die regierenden Parteien, große Teile der Medien, willfährige Forscher und Institute - sie alle helfen, die Tatsachen zu leugnen, zu relativieren, zu ignorieren. Das Kartell der Profiteure ist so stark, dass es auf die Wirklichkeit keine Rücksicht mehr nehmen muss. Es schafft sich seine eigene Wirklichkeit. Und wenn gar nichts mehr hilft, kommt das Argument, dass Geld ja nicht glücklich macht. So wie es neulich der Abgeordnete Matthias Zimmer für die Unionsfraktion vorbrachte, als der Bundestag über den bevorstehenden Armutsbericht debattierte: “Die ganze Debatte wird ohnehin zu sehr mit Blick auf lediglich materielle Faktoren geführt.”

System der Lüge:

Währenddessen können wir den Niedergang dieser Gesellschaft längst mit eigenen Augen sehen. Die Schulen verfallen, die Städte verrotten, die Straßen verkommen, an den Kreuzungen klauben Menschen Pfandflaschen aus den Mülleimern. Aber man hat uns beigebracht, unseren Augen nicht mehr zu trauen und Ungerechtigkeit für Notwendigkeit zu halten und Unsinn für Vernunft. Alles dient dem Zweck, die Erträge, die unten erwirtschaftet werden, nach oben fließen zu lassen und gleichzeitig zu verschleiern, dass es sich so verhält. Die Gesetze, das Steuergefüge, die Werte - das System. Es ist ein System der Lüge. Die Ideologen des Neoliberalismus reden gerne von Leistung, die sich lohnen soll. Aber wir leben nicht in einer Leistungsgesellschaft, sondern in einem Ständestaat. In seiner Agenda-Rede hatte Schröder vor zehn Jahren gesagt: “Es darf nicht so bleiben, dass in Deutschland die Chance des Gymnasialbesuchs für einen Jugendlichen aus der Oberschicht sechs- bis zehnmal so hoch ist wie für einen Jugendlichen aus einem Arbeiterhaushalt.” Und heute sagt Sigmar Gabriel im Bundestag immer noch: “Dieser Sozialstaat muss alles dafür tun, damit ererbter Status nicht zum Schicksal wird. Wir wollen nicht, dass die Frage der Herkunft das Schicksal der Menschen bestimmt.” Die sozialpolitischen Ziele wurden verfehlt. Die wirtschaftspolitischen wurden erreicht. Die Agenda-Politik, die Schröder erfunden hat und die Merkel fortsetzt, hat Deutschlands Wirtschaft gestärkt, aber die Deutschen geschwächt.

An seiner erschütterndsten Stelle zeigt der Armutsbericht, wie wenig Illusionen sich die Menschen über die deutsche Wirklichkeit machen. Wenn man sie nach den Gründen für Reichtum in der Gesellschaft fragt, nennt gerade mal ein Viertel besondere Fähigkeiten oder harte Arbeit. Eine viel größere Anzahl dagegen führt die Herkunft an (46 Prozent) oder das soziale Netzwerk (39 Prozent). Die ganz Enttäuschten halten gleich Unehrlichkeit (30 Prozent) oder die Ungerechtigkeit des Wirtschaftssystems (25 Prozent) für die Wurzeln des Wohlstands. Was ist erschreckender: der Realismus der Menschen oder ihre Passivität?

Zu 2. Soziale Chancen durch Bildung

 

Anlässlich der Veröffentlichung der  IGLU – Studie und  PISA – Studie von 2007 sprach Bundespräsident Köhler davon, dass die Bildungsbenachteiligung im deutschen Bildungssystem eine „unentschuldbare Ungerechtigkeit“ sei, die nicht nur den Betroffenen schade, sondern auch „eine Vergeudung von Humanvermögen“ darstelle. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Auf der der Süddeutschen.de vom 13. August 2013 war unter der Überschrift:

 

„Bericht der Antidiskriminierungsstelle Diskriminierung ist an Schulen und Unis Alltag“ folgendes zu lesen:

Jeden Tag werden an deutschen Bildungseinrichtungen Schüler und Studierende aufgrund ihrer Herkunft, ihres Gesundheitszustandes oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert. Das ist das Ergebnis einer Studie. Im Arbeitsleben geht die Benachteiligung weiter.

An Schulen und Universitäten gehört Diskriminierung einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge zum Alltag. Nach dem 450-seitigen Ergebnisbericht fühlt sich jeder vierte Schüler oder Student mit Migrationshintergrund diskriminiert. Sechs Prozent der Befragten mit einer Behinderung gaben an, benachteiligt, ausgegrenzt oder gemobbt worden zu sein. Genauso berichteten homosexuelle Schüler von Beleidigungen. Auch im Verhältnis von Lehrern und Schülern sind  Diskriminierungen der Studie zufolge alltäglich. Demnach können sich diese Erfahrungen negativ auf Leistung und Arbeitsmotivation auswirken. Nicht zuletzt erlebten Eltern mit Migrationshintergrund oder Eltern behinderter Kinder erschwerte Bedingungen etwa bei der Einschulung oder der Aufnahme ihrer Kinder in integrative Einrichtungen. Generell seien Diskriminierungen auch im Arbeitsleben weit verbreitet.  ”Es ist das erste Mal in Deutschland, dass Benachteiligungserfahrungen bei Bildung und Arbeit derart umfassend untersucht wurden”, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders. “Beides sind zentrale Lebensbereiche, in denen Diskriminierung stattfinden kann.” Gerade hier böten sich aber auch große Chancen, um auf mehr Vielfalt und Chancengleichheit hinzuwirken.

Zu 3. Soziale Chancen durch einen integrativen Markt (Beschäftigungsquote, angemessene Einkommensverteilung)

 

Aus dem Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 3.3.2011

IAB: “Das Normalarbeitsverhältnis ist kein Auslaufmodell”

Leiharbeit, befristete Beschäftigung und andere sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen weiterhin zu, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

IAB-Direktor Joachim Möller betonte: “Die Arbeitswelt driftet auseinander”. Es gebe mehr Leiharbeiter, mehr Teilzeit, mehr befristete Beschäftigungsverhältnisse. Dennoch habe sich die durchschnittliche Beschäftigungsdauer kaum verändert und liege immer noch bei rund zehn Jahren. Umso stärker werde der Kontrast aber von denen empfunden, deren Beschäftigungsverhältnisse mit einer höheren Unsicherheit verbunden sind. So seien in der Leiharbeit die Beschäftigungsdauern in der Regel nur sehr kurz. Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse ende nach weniger als drei Monaten. Zudem hätten die Leiharbeiter einen Lohnnachteil von rund 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Kollegen der Stammbelegschaften. Auch die befristete Beschäftigung habe deutlich zugenommen: “Vor zehn Jahren war weniger als jede dritte Neueinstellung befristet, mittlerweile ist es fast jede zweite.”

Zunehmend bestehen neben der Leiharbeit Arbeit die durch Werkverträge, sogenannte „Prekäre Beschäftigungsverhältnisse schaffen.

Unter den Begriff “Prekäre Beschäftigung” fallen Arbeitsverhältnisse mit niedrigen Löhnen, die häufig nicht auf Dauer und Kontinuität angelegt sind, keine Absicherung durch die Sozialversicherung und nur geringe arbeitsrechtliche Schutzrechte aufweisen. Der Begriff ist umstritten - und noch viel mehr die Frage: Wirken prekäre Beschäftigungsverhältnisse immer ausgrenzend oder leisten sie auch einen notwendigen Beitrag zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes?

Prekäre (unsichere) Beschäftigung nimmt weiter zu

In den letzten zehn Jahren hat der Gesetzgeber den Arbeitsmarkt in massiver Weise dereguliert. Mit dramatischen Auswirkungen: Es gibt immer weniger Menschen, die ein normales Arbeitsverhältnis haben. Gleichzeitig steigt die Zahl der prekär Beschäftigten; es gibt immer mehr Leiharbeiter, Minijobber und befristet Beschäftigte. Das ist schlecht für die Betroffenen und höhlt die sozialen Sicherungssysteme aus.

 Die Fakten:

Vor zehn Jahren standen noch fast drei Viertel aller Erwerbstätigen (Selbstständige und abhängig Beschäftigte) in einem Normalarbeitsverhältnis. Heute sind es nur noch zwei Drittel – Tendenz weiter sinkend! Schaut man sich den Bereich der abhängig Beschäftigten gesondert an, so fallen die Zahlen noch deutlicher aus: Jeder vierte Arbeitnehmer war zuletzt in einem prekären oder auch atypischen Arbeitsverhältnis beschäftigt.

Die Anzahl der abhängig Beschäftigten ist im Berichtszeitraum um 1,6 Millionen gestiegen. Dabei sank die Zahl der Normalarbeitnehmer/-innen um rund 800.000, während die Anzahl der prekär Beschäftigten um 2,4 Millionen anwuchs. Es lohnt sich, diesen Bereich etwas genauer anzuschauen:

 

Prekäre Beschäftigung in Deutschland

 

2008

Veränderung gegenüber 1998 in Prozent

gesamt

7,7 Mio.

+ 46,2

befristet

2,7 Mio.

+ 44,4

Teilzeit

4,9 Mio.

+ 38,4

geringfügig

2,5 Mio.

+ 71,5

Leiharbeit

0,6 Mio.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung 2010

 

Der so oft von der Bundesregierung gepriesene Aufschwung kommt noch lange nicht bei allen Bürgern an. Und angesichts der Zunahme der prekären Beschäftigung klingt der regierungsseitige Optimismus wie blanker Zynismus. Deutschland geht es insgesamt eben nicht gut, sondern nur einigen Ausnahmen.

Tatsache ist, dass vor allem die Arbeitgeber von der prekären Beschäftigung in mehrfacher Hinsicht profitieren und dies auf Kosten der Betroffenen  und zulasten der Allgemeinheit. Bekanntlich basiert das deutsche Sozialversicherungssystem auf Arbeitsverhältnissen, die ein auskömmliches Einkommen und eine ausreichende Rente ermöglichen. Je mehr prekäre Beschäftigung das Normalarbeitsverhältnisse ersetzt, desto mehr wird diese Basis zerstört – mit fatalen Folgen für die Zukunft.

 

  • Die sich abzeichnende Folge: Die bestehenden Sozialversicherungssysteme werden durch die zunehmenden prekären Beschäftigungsverhältnisse gefährdet!

 

Deshalb muss Schluss sein mit staatlich gefördertem Lohndumping durch Hartz IV und der Deregulierung der Leiharbeit. Die Politik darf dem Billigboom am Arbeitsmarkt nicht länger tatenlos zusehen. Dringend notwendig ist aber nicht nur die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Des Weiteren müssen die Zumutbarkeitsregeln für Arbeitssuchende entschärft werden. Arbeitslose dürfen nicht länger gezwungen werden, zu Armutslöhnen zu arbeiten.

Normalarbeitsverhältnis und atypische Beschäftigung (Definition)

Normalarbeitsverhältnisse sind gekennzeichnet durch:

  • eine Vollzeittätigkeit oder eine Teilzeittätigkeit mit mindestens der Hälfte der üblichen vollen Wochenarbeitszeit
  • ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis
  • die Integration in die sozialen Sicherungssysteme
  • die Identität von Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis.

Unter atypischer Beschäftigung werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen:

  • Befristung
  • Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden
  • Zeitarbeitsverhältnis
  • geringfügige Beschäftigung.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Niedrigeinkommen und Erwerbstätigkeit, 2009

Die Hans Böckler Stiftung schrieb im Böckler Impuls Ausgabe 09/2013 zu zunehmenden Werkverträgen folgendes:

„Repräsentative Daten zum Missbrauch von Werkverträgen gibt es bislang nicht. Eine neue Untersuchung zeigt aber eine Tendenz auf: Werkverträge verdrängen in manchen Betrieben und Branchen das Normalarbeitsverhältnis. Nachdem Leiharbeit über Tarifverträge, Gesetzesänderungen und die Rechtsprechung wieder schärfer reguliert ist, missbrauchen manche Unternehmen nun die an sich unproblematischen Werkverträge. Dabei vergeben sie Aufgaben, die bislang Stammbeschäftigte übernommen haben, an eine externe Firma. Deren Mitarbeiter arbeiten nun dort, wo vorher die Stammbeschäftigten des Auftraggebers gearbeitet haben und nutzen die gleichen Maschinen und Anlagen. “Zielsetzung dieser Konstruktion scheint es zu sein, tarifvertragliche, arbeits- und mitbestimmungsrechtliche Ansprüche der (Stamm-)Beschäftigten” zu umgehen, fassen Hartmut Klein-Schneider aus der Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung und der Betriebsräteberater Kai Beutler die Ergebnisse eines praxisorientierten Forschungsprojekts zusammen: Arbeitsbedingungen und Entgelte der Werkvertragsbeschäftigten lägen dabei meist weit unterhalb der sonst im Unternehmen üblichen Standards. Häufig würden sogar Arbeitsschutzgesetze massiv verletzt. Bislang gibt es keine repräsentativen Befunde zum Missbrauch von Werkverträgen. Da keine amtliche Statistik existiert, fehlen schlicht die Daten. Um diese Lücke ansatzweise zu schließen, hat Beutler Betriebsratsmitglieder in zehn ausgewählten Branchen auf gewerkschaftlichen Branchenkonferenzen befragt. Die Daten seien zwar nicht repräsentativ für die gesamte Industrie, zeigten aber eine Entwicklungsrichtung an: Demnach arbeiten etwa in Schlachthöfen nur noch 20 Prozent der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis. Dagegen seien 75 Prozent Beschäftigte von Werkvertragsunternehmen und etwa 5 Prozent Leiharbeiter. In der Getränkeindustrie sind laut der Befragung etwa 10 Prozent der Beschäftigten über Werkvertragsfirmen angestellt, in der Zuckerindustrie circa 20 Prozent, in den Werften knapp 20 Prozent und in der Fleischindustrie etwa 35 Prozent. Eine im Rahmen des Projekts erstellte Fallstudie zeigt die Entwicklung exemplarisch auf: In dem untersuchten Betrieb eines Getränkeunternehmens ist der Anteil der Stammbeschäftigten seit 2006 um etwa 20 Prozentpunkte gesunken. Die Leiharbeit stieg dort zunächst von knapp 5 auf 14 Prozent, fiel inzwischen aber wieder auf weniger als 2 Prozent. Während die Leiharbeit ab 2008 abnahm, stieg der Anteil der Werkvertragsarbeit von null auf fast 25 Prozent.“

 

Hieran kann man sehen, dass sich die Wirtschaft, wenn man sie im Sinne der FDP frei gewähren lässt, immer wieder Wege sucht, um bestehende soziale Gesetze zu umgehen. Und schlimm ist, dass die Politik und die Gewerkschaften nicht dagegen unternehmen. Sie wünschen sich alle lauthals eine Änderung dieser Verhältnisse, um ihre Anhänger bei Laune zu halten, aber sie tun nichts. Hier zeigt sich jener Unterschied zwischen Wünschen und Wollen. Der Raucher, der sich nur wünscht, aufzuhören, wird nie aufhören, derjenige, der aufhören will, wirft seine letzte Zigarettenpackung weg. Die ausufernden sozialen Verwerfungen sind nur durch eine Gegenbewegung zur Wiedereinbettung in eine den modernen Lebenswelten angepasste soziale Sicherung zu korrigieren. Das muss auch gewollt sein.

 

Zu 4. Berücksichtigung der besonderen Rolle der Frau

 

Prekäre Beschäftigung: Jung und weiblich

Einige Strukturmerkmale der prekären Arbeit:

  • Frauen sind viel häufiger in prekärer Beschäftigung als Männer. 
  • Besonders hoch ist der Anteil prekär Beschäftigter unter den 15–24-Jährigen.
  • Prekäre Beschäftigung findet vor allem in den Branchen des Dienstleistungssektors statt – am höchsten ist ihr Anteil im Gastgewerbe.

 

Die Löhne der prekär Beschäftigten – insbesondere bei geringfügig Beschäftigten und Leiharbeitern – liegen deutlich unter dem Durchschnitt. Fast die Hälfte der hier beschäftigten Personen bezieht Bruttolöhne unterhalb der Niedriglohngrenze. Ihr Armutsrisiko ist sehr groß. Immer mehr Beschäftigte können von ihrer Arbeit nicht leben – sie brauchen staatliche Hilfen. Auch die Rente wird für viele in Zukunft nicht reichen.

Am Donnerstag, den 05. September 2013 konnte man in der FAZ folgendes lesen:

„Schlechte Jobs, schlechte Bezahlung

Beschäftigung zu Hungerlöhnen, schlechte Jobs, kaum Aufstiegschancen: Die Benachteiligung der Frau in der Arbeitswelt ist ungebrochen. In Deutschland gilt dies sogar, obwohl Frauen hierzulande im Durchschnitt eine höhere Bildung haben als Männer.

Frauen werden nach einer neuen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in der Arbeitswelt weiterhin stark benachteiligt und überdurchschnittlich häufig zu Niedrigstlöhnen beschäftigt. In Hinblick auf Löhne, Arbeitsplatzsicherheit, Status und Ausbildung bestehe nach wie vor eine gewaltige Kluft zwischen Frauen und Männern. Darauf verweist die UN-Organisation in einer Studie, die am Donnerstag in Genf anlässlich des Internationalen Frauentages veröffentlicht wurde. Auch in Deutschland werden Frauen seltener eingestellt, rücken seltener in Führungspositionen vor und verdienen deutlich weniger Geld als Männer - und dies trotz besserer Bildung. Hierzulande beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen 22 Prozent. Das ist deutlich mehr als der europäische Durchschnitt von 15 Prozent. Größer ist die Schere nur noch in Zypern, Estland und der Slowakei. Das geht aus dem ersten Gleichstellungsbericht der EU-Kommission hervor. Frauen seien die Antriebskraft beim Beschäftigungswachstum in Europa und besetzten drei von vier neu geschaffenen Arbeitsplätzen, berichtete in Brüssel der zuständige EU-Kommissar Vladimir Spidla. „Aber es gibt immer noch zu viele Barrieren, die sie daran hindern, ihr Potential voll auszuschöpfen“, kritisierte er. Zentrale Bedeutung misst der Bericht, der dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag vorgelegt werden soll, einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu. So sei es bemerkenswert, dass die Beschäftigungsquote von Frauen zwischen 20 und 49 Jahren um 15 Prozent zurückgehe, wenn sie ein Kind haben, während die der Männer um sechs Prozent steige. Auch seien Frauen mit knapp 33 Prozent weitaus häufiger in Teilzeit beschäftigt als Männer (7,7 Prozent). Als Haupthindernisse einer besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben nennt der Bericht unter anderem den Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen, finanzielle Faktoren, Karrierenachteile und Probleme bei der Rückkehr in den Beruf.

Noch nie so viele Frauen auf dem Arbeitsmarkt

„Trotz einiger Fortschritte bleiben immer noch viel zu viele Frauen auf den am schlechtesten bezahlten Tätigkeiten sitzen“, kommentierte ILO-Generaldirektor Juan Somavia die internationale Situation der Frauen. Der Untersuchung „Globale Beschäftigungstrends bei Frauen“ zufolge waren noch nie so viele Frauen auf den Arbeitsmärkten aktiv, was bedeutet, dass mehr Frauen denn je einer Erwerbsarbeit nachgehen oder Arbeit suchen. Die ILO schätzt, dass im Jahr 2006 1,2 Milliarden der insgesamt 2,9 Milliarden Erwerbstätigen auf der Welt Frauen waren.

Geschlecht als Karrierebremse

Auch einer Studie der Unternehmensberatung Accenture zufolge ist es um die Chancengleichheit der Geschlechter nach wie vor schlecht bestellt. 26 Prozent der Frauen fühlen sich wegen des Geschlechts in ihrer Karriere benachteiligt, ergab eine Umfrage unter mehr als 2.200 Führungskräften in 13 Ländern. In Deutschland sind es sogar 27 Prozent. Etwa jede vierte Frau sieht ihre Aufstiegschancen durch den Einsatz für Familie und Kinder beeinträchtigt.

 

Zu 5. Soziale Sicherung

 

Das Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem eines Landes spiegelt in starkem Maße die jeweilige historische Entwicklung wider. Viele Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens wurzeln in der Konzeption der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Zuge der bismarckschen Sozialgesetzgebung beziehungsweise den daran anknüpfenden Entwicklungen. Die GKV versichert 90 Prozent der Bevölkerung und übt daher einen stark prägenden Einfluss auf das gesamte Gesundheitswesen aus. Sie wurde ursprünglich als eine Pflichtversicherung für die Industriearbeiterschaft gegründet. Die Sozialgesetze ergänzten in der bismarckschen Zeit als “Zuckerbrot” die zuvor in Gestalt der Sozialistengesetze geschwungene “Peitsche”.

Sie sollten revolutionäre Neigungen dämpfen und die Arbeiterschaft mit dem Kaiserreich versöhnen. Die Einführung einer “gut gemeinten” Pflichtversicherung bot gewissermaßen Gelegenheit, die im Zuge der Industrialisierung stetig wachsende, aber politisch unzuverlässige Arbeiterschaft gesellschaftlich einzubinden.
Ihr Charakter als eine Arbeitnehmerversicherung mit zwangsweiser Mitgliedschaft für Teile der Bevölkerung wirkt bis heute nach. So finanziert sich die GKV noch immer ganz überwiegend durch Beiträge, die auf die Arbeitseinkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhoben werden. Ferner besteht bis heute eine Pflichtversicherung für einen großen Teil der Bürgerinnen und Bürger, wogegen manche Gruppen nicht einbezogen werden oder die Möglichkeit haben, die GKV zu verlassen. Die Pflichtversicherung nur für einen Teil der Bevölkerung existiert bis heute. Dabei richtet sich die Kritik jedoch inzwischen eher gegen die Tatsache, dass ein Teil der Bürgerinnen und Bürger – Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und Beschäftigte mit einem Einkommen über der Versicherungsgrenze (im Jahr 2012: 50.850 Euro im Jahr) – nicht in die GKV einbezogen wird. Der seit 2003 auch in der allgemeinen Öffentlichkeit diskutierte Reformvorschlag einer “Bürgerversicherung” (die in der Schweiz hervorragend funktioniert) will genau dies ändern und die  Versicherungspflicht in der GKV auf alle Bundesbürgerinnen und -bürger ausweiten. Das Modell der korporatistischen (Korporatismus=Politisches System, in dem der Staat die unmittelbare Gestaltung und administrative Steuerung wichtiger gesellschaftlicher Teilbereiche an selbstverwaltete Körperschaften und Verbände delegiert hat) Steuerung durch selbstverwaltete Körperschaften sichert dem Staat einerseits weitgehenden Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtsystems, weil er die Rahmenbedingungen vorgibt. Andererseits befreit es ihn von der Aufgabe der direkten Administration und erlaubt es, das Expertenwissen der unmittelbar Beteiligten zu nutzen. Aus heutiger Sicht stellt der fortbestehende Korporatismus eher ein Hindernis für die Entwicklung von effizienteren Strukturen im deutschen Gesundheitswesen dar.

Daraus leitet sich unter anderem die Finanzierung durch Beiträge auf die Arbeitseinkommen der Mitglieder her. Ein erheblicher Teil der aktuellen Finanzprobleme unseres Gesundheitswesens hat mit dieser Abhängigkeit von der Entwicklung der Löhne und Gehälter (sowie der ihrerseits davon abhängigen Renten) zu tun.

Das  Rentensystem
Für jeden Staat ist es sehr wichtig, dass er seinen Bürgern ein funktionierendes Rentensystem bieten kann, damit auch im Alter gewährleistet wird, dass die Menschen in finanzieller Hinsicht relativ sorglos ihren Ruhestand genießen können. Leider ist diese Aufgabe mitunter so schwierig, dass diese nicht ohne Weiteres gelöst werden kann, und viele Rentenempfänger schon jetzt Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Das Rentensystem in Deutschland steht schon seit Jahren mitunter scharf in der Kritik, da die Rentner nach derzeitigem Stand später nur noch einen geringen Teil ihres bisherigen Einkommens zur Verfügung haben werden, wenn sie nur die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Grundsätzlich ist es allerdings so, dass das Rentensystem in Deutschland auf drei Säulen basiert. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung als Teil des Sozialversicherungssystems, gibt es zudem noch die Möglichkeit der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge. Eine private Krankenversicherung sollte im Alter kein Thema mehr sein. Das System soll demnach so funktionieren, dass durch die gesetzliche Rentenversicherung alleine im späteren Ruhestand lediglich die Existenz abgesichert sein soll, und durch die beiden weiteren Säulen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge der bisherige Lebensstandard aufrecht erhalten werden soll. Dies setzt allerdings voraus, dass der Arbeitnehmer genug verdient, um eine solche 2. oder 3. Säule finanzieren zu können.

Verbesserungswürdige Aspekte der Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung beinhaltet einige Aspekte, die im Vergleich zu anderen Systemen in benachbarten Ländern (hervorragend wiederum auch hier ist die Schweiz) verbesserungswürdig sind. Grundsätzlich funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageprinzip. Das bedeutet, die Arbeitnehmer, welche heute in die Rentenversicherung einzahlen, finanzieren damit die Rente der jetzigen Ruheständler. Ein Problem ist jedoch, das aufgrund der veränderten Altersstruktur immer mehr Rentner von einer immer geringer werdenden Anzahl von Einzahlern finanziert werden müssen. Ein Grund dafür und gleichzeitig auch eine Verbesserungschance ist die Tatsache, dass zum einen nur Angestellte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, und dieses auch nur bis zu einer bestimmten Beitragsbemessungsgrenze. In anderen Ländern (wie in der Schweiz) müssen hingegen alle Bürger in die Rentenkasse einzahlen, auch die Selbstständigen, Freiberufler und Politiker, für die in Deutschland keine Beitragspflicht besteht. Dadurch vergrößern sich natürlich die Einnahmen der Rentenkasse, was sich positiv auf die Gesamtsituation auswirkt. Zudem zahlt man in anderen Nachbarstaaten auch stets einen festen Prozentsatz vom Gehalt in die Rentenversicherung ein, ohne Beitragsbemessungsgrenze, denn gerade dadurch entgehen der Rentenkasse hierzulande Milliarden von Beitragseinnahmen, da Besserverdienende ab einem bestimmten Bruttoverdienst für den über die Grenze hinaus gehenden Betrag keine Beiträge mehr zahlen müssen. Auch der Zahnersatz sollte ein Thema im Alter sein.

Zusammenfassend:

Wie man unzweifelhaft an der Wirklichkeit erkennen kann, sind wir von der Realisierung der fünf Dimensionen „sozialer Gerechtigkeit“ eines Sozialstaates noch weit entfernt. Doch es bieten sich zahlreiche vorerwähnte Lösungen an.

Die zuvor geschilderten sozialen Angriffe beschränken sich nicht nur auf die hochverschuldeten Länder im Süden Europas. Auch in den reicheren Ländern des Nordens findet im Rahmen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine gewaltige Umverteilung der Vermögen und Einkommen von unten nach oben statt. So sind die privaten Vermögen in Deutschland seit Ausbruch der Krise vor fünf Jahren um 1,4 Billionen Euro gestiegen, während sich die Armut am unteren Ende der Gesellschaft krebsartig ausbreitet.

Im Lichte der historischen Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts erscheint diese Entwicklung als reiner Irrsinn. Trotzdem wird sie von fast allen etablierten Parteien unterstützt, unabhängig davon, ob sie sich konservativ, liberal, grün, sozialdemokratisch oder gar links nennen. Sozialdemokratische Parteien wie die SPD unter Gerhard Schröder, die Labour Party unter Tony Blair und in jüngerer Zeit die PASOK unter Giorgos Papandreou, die PSOE unter José Zapatero haben beim Abbau sozialer Rechte und Errungenschaften eine Vorreiterrolle gespielt. Dasselbe tut in Frankreich der Parti Socialiste nach der Wahl von François Hollande zum Präsidenten.

Das allein zeigt, dass die gegenwärtige Entwicklung tiefe objektive Ursachen hat. Marx hatte Recht, als er die „Geschichte aller bisherigen Gesellschaft“ als „Geschichte von Klassenkämpfen“ bezeichnete. Nicht Vernunft und hehre Ideale bestimmen die Politik der herrschenden Klasse, sondern handfeste soziale Interessen.

Der Finanzsektor hat sich, insbesondere während des Börsenbooms der 90er Jahre, von der realen Produktion abgehoben und ein unkontrollierbares Eigenleben entwickelt. Jahresgehälter und Boni im zweistelligen Millionenbereich, wie sie vor drei Jahrzehnten noch unvorstellbar waren, sind in den Chefetagen der Banken und großen Konzerne mittlerweile die Norm. Es ist eine unersättliche Finanzaristokratie entstanden, die im Namen der „Rettung des Euro“ einen hemmungslosen Raubzug gegen alle sozialen Errungenschaften führt, die sich die Arbeiterbewegung in den vergangenen 65 Jahren erkämpft hat. Politik und Medien liegen ihr dabei zu Füßen.

Ohne die Macht dieser Finanzaristokratie zu brechen, kann der Weg in die Katastrophe nicht gestoppt werden. Das erfordert nichts weniger als eine gesellschaftliche Umwälzung. Die Banken und großen Konzerne müssen enteignet und unter demokratische Kontrolle gestellt, die Spekulationsgewinne konfisziert und die hohen Einkommen und Vermögen massiv besteuert werden.

Eine solche Umwälzung ist nur durch die Mobilisierung der Arbeiterklasse möglich, durch das unabhängige Eingreifen der Massen in die Politik. Die Voraussetzungen dafür entwickeln sich schnell.

Wut und Empörung sind sichtbar am wachsen. Die Zahl von Arbeitskämpfen, Protesten und Demonstrationen nimmt deutlich zu, obwohl die Gewerkschaften alles tun, um sie zu isolieren und zu ersticken. Umfragen zeigen regelmäßig eine tiefe Feindschaft gegen die Banken, bis tief in die Mittelschichten hinein.

Doch eine solche Mobilisierung fürchten die Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien mehr als alles andere. Diese bürokratischen Apparate haben ihre Verbindung zur arbeitenden Bevölkerung längst gekappt. Sie rekrutieren sich aus der wohlhabenden Mittelschicht, die durch tausenderlei Fäden mit den Banken, den Konzernen und den Regierungen verbunden ist. Sie lehnen eine soziale Umwälzung ab und sehen ihre Aufgabe darin, eine gerechtere Umverteilung zu unterdrücken und den Kapitalismus in Reinkultur zu verteidigen.

 

Die Politiker wissen das alles, und sie versprechen alles Mögliche, halten aber nichts von ihren vor den Wahlen gegebenen Versprechungen, stattdessen: Sie reden, sie reden und sie reden….

Sehr geehrte Politiker, Sie haben geschworen, Schaden vom Volke abzuwenden. Wie oft noch werden Sie diesen Eid brechen?

 

Das genasführte Volk:

Das genasführte Volk:

Für wie dumm muss die Regierung der BRD, (vor allem die FDP) die Bevölkerung halten, wenn sie derzeit, vor allem unterstützt durch die Medien, in der breiten Öffentlichkeit  über die Abschaffung der Praxisgebühr oder eine  entsprechende Krankenkassenbeitragssenkung im Kuhhandel mit der Einführung des sogenannten Betreuungsgeld (CDU) streitet. Es geht dabei um 40,– € pro Jahr, also 3,33 € pro Monat. Dafür kann man sich noch nicht einmal 2 Bier im Lokal leisten. Dieser Schritt soll nach Angaben unserer Politiker eine „spürbare Entlastung des Volkes“ sein.

Sooooo unglaublich lächerlich ist das Ganze und dafür bezahlen wir auch noch unsere Regierungsbeamten!

Wir Banker (neu)

Warum habe ich das Gedicht „WIR BANKER“ (zur Finanzkrise 2009/20010) geschrieben und erstmals veröffentlicht am 6.05.2010? (rote Schrift kennzeichnet neuen Beitrag)

Von Wulf E. Bley

Politik, Wirtschaft, Medien und zuletzt das Volk diskutieren derzeit vehement die weltweite Wirtschaftskrise, insbesondere aber auch darüber, wie sie, vor allem im nationalen Eigeninteresse, bewältigt werden kann. Am Beispiel Griechenland heißt die Lösung derzeit: Haushaltsdefizit verringern, öffentliche Ausgaben reduzieren, also sparen und höhere Steuern für die Bürger.
Auch in Deutschland sind die möglichen Lösungsansätze nahezu gleichermaßen umstritten. Auch hier diskutiert man über Einsparungen auf der einen Seite aber auch Steuersenkungen auf der anderen Seite. Nahezu alle Vertreter der politischen Ressorts schwirren, besonders vor dem Hintergrund der bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, wie ein aufgewühlter Ameisenhaufen rat- und ziellos durcheinander und kündigen in wildem Aktionismus völlig an der eigentlichen Ursache vorbeigehende Lösungswege an.

(Heute geht es der Regierungskoalition darum, vor der kommenden Bundestagswahl Griechenland und andere Krisenstaaten so reichlich (und zwar unbegrenzt) mit Milliardenkrediten vor einem Finanzkollaps zu schützen.)
Sie bekämpfen aber nach wie vor nur die Symptome der Krise und nicht die eigentlichen Ursachen.
Diese Ursachen sind die Banken und das mit ihnen fest verwurzelte gesamte Wirtschaftssystem. Was muss geschehen?

1. Banken sollten auf ihre eigentlichen Kerngeschäfte beschränkt werden. Das wäre die Vergabe, oder besser noch die Verteilung von Krediten und die gesamte Verwaltung des nationalen und internationalen Zahlungsverkehrs, also reine Verwaltungs- und Verteilungsgesellschaften.
2. Sämtliche Börsengeschäfte, also der Handel mit Aktien, Fonds, Anlagezertifikate, Anleihen, Hebelprodukten und Derivaten, Rohstoffen, Währungen, Rohstoffe, Kreditausfallversicherungen („Credit Default Swaps“), und sonstigen Finanzprodukten, müssten ihnen verboten werden. Banken dürften keine Spielkasinos sein!
3. Derartige Geschäfte dürften nur noch von hierauf spezialisierten und staatlich autorisierten bzw. zertifizierten Handelsgesellschaften vorgenommen werden.

(In dieser Hinsicht scheint heute eine gewisse Einsicht an Boden zu gewinnen. Doch wenn Peer Steinbrück aus wahltaktischen Gründen die Aufspaltung der Banken fordert, die dann allerdings, und dieser Nebensatz scheint im allgemeinen Meinungsgetümmel leicht unterzugehen, unter einer Holding zusammengefasst werden, haben wir ja doch in Wahrheit nichts verändert, sondern nur weiter verschleiert, wie die Bildung und Existenz von sogenannten „Schattenbanken“ beweisen.
4. In diesem Handelsbereich sollten Sondersteuern auf Spekulationsgewinne erhoben werden, die dann den Staaten zugutekommen.
5. Die Regierungen müssten weltweit den Handel mit derartigen Finanzprodukten überwachen. Verboten werden sollte jedoch der spekulative Börsenhandel mit Rohstoffen und Währungen, gleich welcher Art, weil sie die Mechanismen der freien Marktwirtschaft außer Kraft setzen und ganze Volkswirtschaften ruinieren können. Preisentwicklungen müssen wieder den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegen.

(Man denke besonders an die Verbrennung von Nahrungsmitteln für die Biokraftstoffproduktion und deren Auswirkungen auf die Lebensmittel wie Mais, Soja, Weizen u.a. mit verheerenden Auswirkungen auf die hungernden Menschen der Länder der sogenannten „Dritten Welt“.
 6. Die Ansicht, Griechenland nicht durch neue Kredite zu unterstützen, oder die griechische Regierung zu überreden, aus dem Währungsverbund auszuscheiden, ist die einzige vernünftige Ansicht von namhaften Wissenschaftlern (wie Prof Sinn). Wenn eine Person hoch verschuldet ist, hilft ihr auch kein neuer Kredit, im Gegenteil, die Verschuldung steigt. Das Verhalten der EU-Staaten zur Rettung Griechenlands ist paradox. Aber man rettet ja auch nicht das betroffene Land, sondern ausschließlich die Profiteure der Devisen- und Staatsanleihenspekulationen, also wieder die Banken und Spekulanten.

Die Finanzwelt gibt nach wie vor den Ton an und die Politiker (übrigens fast aller Europäischen Staaten sind lediglich Bauern und unbedeutende Schachfiguren im Spiel der Finanzelite (man denke an die Bedeutung der zwölf Herrschenden in der sogenannten „City of London“. Lesen Sie doch einmal den folgenden Beitrag zu diesem Thema:

http://www.weltkrieg.cc/articles/read-alles-marionetten-der-city-of-london_171.html

Dies sind nur einige der wichtigsten Maßnahmen und Anregungen die global und darüber hinaus auch noch schnellstens durch die Politiker gegen die Finanz- und Bankenwelt um- und durchgesetzt werden müssten.
Das nächste Spekulationskarussell dreht sich ungebremst und immer schneller hinter den Kulissen der Öffentlichkeit.
Die nächste Krise könnte schon sehr bald ausgelöst werden. Island oder Griechenland sind nur die ersten Opfer der Spekulationen. Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, etc. könnten sehr schnell in ihren Sog geraten.
Eine weltweite Kettenreaktion wäre die Folge. Die Spekulanten haben den Angriff auf den Euro bereits erfolgreich begonnen!
Die Politik des Neoliberalismus oder des Ordoliberalismus, der nämlich eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung, einen Ordnungsrahmen für ökonomischen Wettbewerb und die Freiheit der Bürger auf dem Markt gewährleisten soll, ist in der derzeitigen Form gescheitert, weil die Politiker (weltweit) die Banken unkontrolliert gewähren lassen und ihre Hausaufgaben nicht machen.
Statt zu regieren, beschränken sie sich auf bloße Absichtserklärungen, verteidigen und verwalten sie ihre Pfründe und schauen ohnmächtig dem werdenden Untergang ganzer Volkswirtschaften zu.
Joseph Schumpeter (von 1925 bis 1932 Professor für „wirtschaftliche Staatswissenschaft“ der Universität in Bonn, von 1932 bis 1950 an der Harvard University) stellte schon vor mehr als einem halben Jahrhundert fest:
„Die Marktwirtschaft – damals noch „Kapitalismus“ geheißen – habe die Tendenz, die sie „schützenden Schichten zu zerstören, ihre eigenen Verteidigungsanlagen niederzureißen und die Besatzungen ihrer Schutzwälle zu zerstreuen.“ 

Staatsverschuldung ist nur ein Vermögensumverteilungsproblem

 

Von Rechtsassessor Wulf E. Bley

 

Als Staatsverschuldung bezeichnet man die zusammengefassten Schulden eines Canada Goose Staates, also die vom Staat an Dritte (gemeint sein können hier nur andere Staaten) geschuldeten Verbindlichkeiten.

Die Staatsverschuldung wird dabei in der Regel „brutto“ betrachtet, das heißt, die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten werden nicht um die Forderungen des Staates gegenüber Dritten vermindert ausgewiesen.

Dies ist die erste bilanztechnische Fehldefinition, denn natürlich müssen Verbindlichkeiten mit Forderungen gegen andere Staaten verrechnet werden.

Nach Eurostat ist der öffentliche Schuldenstand im Vertrag von Maastricht definiert als Brutto-Gesamtschuldenstand des gesamten Staatssektors zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung, also Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten (nur) innerhalb des Staatssektors.

Der Staatssektor umfasst dabei Zentralstaat und Extrahaushalte, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung.

Wenn wir aktuell in den Medien z. B. von der deutschen oder amerikanischen Staatsverschuldung sprechen, dann meint man z. B. in Deutschland oder den U.S.A.  nicht deren Verbindlichkeiten gegenüber Drittländern, sondern man spricht über die interne Verschuldung der Bürger untereinander und vor allem gegenüber den Banken oder deren Engagement beim Ankauf von Inhaberschuldverschreibungen, Hypothekenbriefen und ausländischen Staatsanleihen und deren Weiterverkauf.

Bei all diesen Überlegungen und komplizierten Definitionen über Staatsverschuldung ist es m. E. Canada Goose Dameunzulässig - zumindest im Verhältnis der inländischen Gläubiger und Schuldner - von einer „Staatsverschuldung“ zu sprechen.

Es gibt nur eine „(Staats-) Bürgerverschuldung“!

 

Wenn wir nämlich das Vermögen der Menschen - zumindest in den meisten bedeutenden und erfolgreichen Industrienationen - gerecht (um)verteilen würden, hätten diese Staaten so gut wie keine „Staatsverschuldung“, sondern ein positives „Staatsvermögen“.

Ein Staat besteht (völkerrechtlich) nicht nur aus dem Staatsgebiet und der Staatshoheit sondern vor allem aus dem Staatsvolk, also der Summe aller Familien.

Bei einer Familie würden wir nicht auf die Idee kommen, von einer „Familienverschuldung“ sprechen, schon gar nicht, wenn die Forderungen und Verbindlichkeiten sowie vorhandenen Sachwerte, also die Summe aller Vermögenswerte sämtlicher Familienangehörigen bilanztechnisch ausgeglichen oder gar positiv wäre.

Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die Zahl der Menschen steigt, die ein Millionen- oder gar ein Milliardenvermögen besitzen und schon mehrfach öffentlich erklärt haben, sie würden gerne an den (ihren) Staat, gemeint sind damit natürlich ihre Mitbürger, einen nicht unwesentlichen Teil ihres Vermögens freiwillig hergeben würden (so z.B. J. Soros und W. Buffett, die zu den reichsten Menschen der Welt gehören), um die soziale Schieflage und Armut zu bekämpfen.

Und auch das muss einmal gesagt werden: So viele Milliardäre wie heute gab es in der gesamten Menschheitsgeschichte noch nie, – und das bereits zwei Jahre nach der sogenannten „Finanzkrise“.

Eintausendzweihundertundzehn Dollarmilliardäre verzeichnet die neue Forbes-Liste (die weltweit Nichterfassten nicht mitgerechnet), also fast zweihundert mehr als vor einem Jahr. Die drei Reichsten Menschen sind dabei die Gleichen geblieben.

Es sind:

Der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer, Carlos Slim Helu, der mit mehr als 74 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro) Platz eins in der Welt einnimmt. Dahinter folgen der Microsoft-Gründer Bill Gates mit 56 Milliarden Dollar und der Investor Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar.

Allein die zehn Reichsten Menschen der Welt verfügen über ein Vermögen von über dreihundertzweiundvierzig Milliarden Dollar.

Wenn in Deutschland beispielsweise die reichsten Leute nur die Hälfte ihres Vermögens an den „Staat“ abgeben würden (der es allerdings zum Wohle seiner Bürger umverteilen also weitergeben müsste, oder etwaige Schulden von Drittländern tilgen würde), gäbe es keine „Bürgerverschuldung“.

Und anderen exportstarken Staaten, so wie auch den USA ginge es ebenso.

Das Wesen einer Gemeinschaft ist es nämlich - wie in einer Familie - für einander einzustehen.

In Art. 14 Abs. 2 GG heißt es: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Im Beschluss des BVerfG vom 22. Juni 1995 - 2 BvL 37/ 91 heißt es u.a.: „Die Vermögensteuer darf deshalb zu den übrigen Steuern auf den Ertrag hinzutreten, soweit die steuerliche Gesamtbelastung … in der Nähe einer hälftigen Teilung zwischen privater und öffentlicher Hand verbleibt.“

Spuren einer Sozialpflichtigkeits-Theorie finden sich bereits in der Antike, etwa in Marcus Tullius Ciceros.

Gemäß Cicero sollen wir „den gemeinsamen Nutzen in den Mittelpunkt stellen und durch gegenseitige Leistungen, durch Geben und Nehmen, ferner durch Fachkenntnisse, Hilfeleistung und materielle Mittel das Band der Zusammengehörigkeit der Menschen untereinander knüpfen.“

In der Enzyklika Rerum Novarum (1891) zitiert Leo XIII. Thomas von Aquin: „Der Mensch muss die äußern Dinge nicht wie ein Eigentum, sondern wie gemeinsames Gut betrachten und behandeln, insofern nämlich, als er sich zur Mitteilung derselben an Notleidende leicht verstehen soll. Darum spricht der Apostel: „Befiehl den Reichen dieser Welt,… dass sie gerne geben und mitteilen.“

Eine gemeinsame Mitverantwortung gilt übrigens auch für die EU, aber nur unter der Voraussetzung, dass es einheitliche Gesetze und Regeln (sowie deren Kontrollen und Machtbefugnisse zu deren Durchsetzung) sowie eine gemeinsame (Sozial) Politik gäbe.

Haben wir aus der Geschichte und diesen vorerwähnten sozialphilosophischen Erkenntnissen etwas gelernt?

Nein! Schon immer waren Armut und staatliche Willkür der Nährboden für Gewalt, die sich in Form von Revolutionen oder Terror äußerte.

Wenn die Flammen der Revolution auch noch nicht brennen, so schwelt schon die lichtlose Glut (Occupy-Bewegungen), bis irgendein Anstoß die Winde entfacht, um sie zum flammenden Fanal werden zu lassen. Mühsam und gequält erhält vielerorts der Gummiknüppel gegen die „nach Schwefel riechender Umstürzler“ eine Scheinordnung.

Der Neokapitalismus hat uns gelehrt, dass Kriege und Revolutionen um materieller Dinge wegen entstehen.

Die Wirtschaft in ihrer kapitalistischen Ausprägung darf jedoch nicht Selbstzweck sein. Sie ist heute aber sowohl gleichsam das Stoffwechselorgan einer Nation, als auch zugleich eines ihrer Kampfmittel. Und das, was man heute Weltwirtschaft nennt, ist nichts anderes als die Kampfebene, auf der die Nationalstaaten der Völker miteinander um Vorherrschaften und Ressourcen ringen.

Nichts gegen eine gesunde Wirtschaft. Wird sie aber Selbstzweck, wendet sie sich so gegen ihre eigentliche Natur, so verhilft sie dem Willen zum Wohlleben oder Reichtum zum Siege über dem Willen zum Leben und richtet sich selbst und mit ihr das Volk zugrunde. Und dann wachsen die sozialen Spannungen ins Unerträgliche.

Durch den Euro ist Europa zwar außenpolitisch sicherer, aber auch zugleich innenpolitisch anfälliger geworden.

Zunehmender Neid und Rückbesinnung auf nationale Interessen mit unterschiedlichen Sozialstandards und ökonomischen Voraussetzungen gefährden die Einheit. Die Mehrheit der Deutschen zweifelt am Nutzen des Euro (so die FAZ am 17.September 2012). Und weiter heißt es dort: „Die Europaskepsis ist so groß wie nie, nur noch 31 % haben insgesamt noch ein positives Bild von der EU!“

Kein Wunder: Sollen wir doch andere Eurostaaten retten und unsere zunehmend verarmenden Massen rettet keiner!

Und wo ist eigentlich die christliche Gesinnung der CDU, die doch das Christliche im Namen trägt?

Wo ist das Soziale in der SPD?

Wo die Freiheit in der FDP? (Sie predigt eine Art von  „Sozialdarwinismus“)

So unchristlich, unsozial und unfrei, um nicht zu sagen versklavt wie heute, waren die Menschen schon lange nicht mehr.

Und die Demokratie, wo ist sie?

Davon können wir nur träumen. Die reale Macht hat das Volk an einige wenige Parteien und deren Abgeordnete abgegeben. Und die werden überwiegend gekauft! Das öffentliche Fernsehen bringt das immer mehr ans Tageslicht.

Die Großindustrie bestehend aus der Energie-, Pharma-, Nahrungs- und Finanzkonzerne bestechen die Politiker und Parteien und machen durch ihren Lobbyismus weltweit ihren unheilvollen Einfluss geltend bis hin zur Legislative. Teilweise schreiben sie schon Gesetze und Verordnungen vor, die dann von den Regierungen einfach übernommen werden.

Sie verletzen somit eine der Grundvoraussetzung eines funktionierenden Rechtsstaates. Die Politik ist so schon längst vom Hammer zum Amboss geworden.

Denn was machen die Regierungen bzw. was machen sie nicht?

Sie kontrollieren deren Einflussnahme nicht, Kartell- und Regulierungsbehörden entlarven sich als zahnlose Tiger, die Banken lässt man frei gewähren und weiter zocken.

Die Politiker (aller regierenden Parteien) lassen sich von den Banken zu Lasten der Steuerzahler erpressen und an der Nase herumführen.

Sie schonen die Reichen (erinnern wir doch einmal daran, wie die Rot-Grüne-Regierung den Spitzensteuersatz gesenkt und die Vermögenssteuer abgeschafft hat), deren Vermögen sich praktisch im Schlaf auf dem Kapitalmarkt durch Zins und Zinseszins vermehrt, während die hart arbeitende Bevölkerung steuerlich ausgebeutet wird, mit dem Ergebnis, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in unerträglichem Masse größer wird.

Wie sagte schon Georg Büchner in seinem „Woyzeck, der begrenzte Mensch“:

„Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabschaut!“

Die Menschen wissen das zwar schon alles, aber sie wählen immer die gleichen Parteien und Politiker und bekommen am Ende das, was sie auch verdienen:

Nämlich eine gigantische Bürgerverschuldung ohne Aussicht auf Schuldentilgung. Um die Probleme zu ersticken, plant man nun die Notenpresse anzuwerfen, um zeitlich und mengenmäßig unbegrenzt Geld zu drucken.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Und die Politiker?

Auch sie wissen das alles, und sie versprechen, und sie reden, sie reden und sie reden….

 

Zur Eurokrise

Zur Eurokrise

Warum werden wir von den Politikern und einem Großteil der Medien immer wieder belogen? (s. dazu besonders den Beitrag von Ralph Bärligea (parteidervernunft.de) am 14.5.2011zur Euro-Lüge: „ Wie Deutschland unter der Gemeinschaftswährung leidet“. Dazu auch: „Unsere Bundesregierung schreckt auch vor arglistiger Täuschung nicht zurück“).
In tibetanischer Gebetsmühlenart hören wir, zur Eurokrise befragt, immer wieder eines: Mit dem Euro verteidigen wir Europa!
(10.12.2011) Nicolas Sarkozy:  “Lassen Sie mich die Dinge klar sagen”, erklärte er. “Wir sind stark an den Euro gebunden. Wir verteidigen den Euro, weil der Euro für Europa steht.“).
Nicht nur dass die Aussage unsinnig ist, denn  vor dem € gab es auch schon Europa, sondern sie ist auch noch gefährlich, weil falsch.
Das Hauptargument zur Bestätigung dieser These aus deutscher Seite ist, dass Deutschland als bedeutendstes Exportland und Profiteur Europas ohne den Euro buchstäblich untergehen würde, weil in der Folge Arbeitsplätze verloren gingen und dies das Ende des deutschen Wohlstands bedeuten würde, (13.8.2011in Welt online: Die Exporte würden innerhalb weniger Monate deutlich abstürzen“, sagt Gustav Horn, wissenschaftlicher Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK, sowie (s. auch: Schäuble der “Sächsischen Zeitung” (Montagausgabe 21.11.2011) laut Vorabbericht. Es gehe darum, die “Grundlagen unseres Wohlstandes” zu verteidigen.)
Eine Tatsache aber ist, dass die deutschen Exporte seit der Einführung des Euro in andere europäischen Länder laut statistischem Bundesamt nicht zugenommen haben, sondern zurückgegangen sind, nämlich von 73,4 % auf nur noch 40 %.
Am stärksten waren nämlich nicht mehr die Ausfuhren in Länder der europäischen Gemeinschaft, sondern nach China und andere Länder, denen es völlig egal ist, in welcher Währung sie ihre Einfuhren bezahlen müssen.
Zwar gab es zur Zeit der D-Mark oft Klagen über ihren oft deutlich höheren Wert gegenüber anderen Währungen (z. B. wie Lira, Peseta, Drachme, etc.), das hat aber unseren Export innerhalb der EU nicht weiter beeinträchtigt, weil wir diese Ungleichheit durch entsprechende Vorteile wie Qualität (Made in Germany), Produktivitätssteigerungen (technische Innovation und Prozessoptimierung), gemäßigte Lohnpolitik, etc.,  wettmachen konnten.
Dennoch waren die deutschen Importe auf der anderen Seite der Bilanz im umgekehrten Verhältnis auch billiger, was vor allem dem Verbraucher zugutekam.
Betrachten wir doch heute die gestiegenen Energiekosten, wie Heizöl, Gas, Benzin und andere Rohstoffe an. So teuer waren sie noch nie!
Mit einer starken D-Mark wäre das Gegenteil der Fall. Die Verbraucher würden von einer starken D-Mark profitieren. Zudem sind die Reallöhne in Deutschland permanent gesunken, so dass der Kaufkraftverlust für viele Menschen kaum noch zu ertragen ist (Allianzgutachten vom 18.1.2011: Seit dem Start der Europäischen Gemeinschaftswährung hat der Euro knapp 22 Prozent an Wert verloren), sodass eine Lohnsteigerung zur Förderung der Binnenwirtschaft dringend notwendig ist (so auch DIW-Chef Gert Wagner, am 28.12.2011).
In anderen europäischen Ländern, vor allem in den heute hochverschuldeten Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland, Italien etc. sind Löhne, Gehälter, Renten und Pensionen derart gestiegen, dass so mancher Bürger in Deutschland auf die Nachbarn neidisch ist.
Das Ergebnis ist unheilvoll: Der Konsum geht merklich zurück und schädigt in Wirklichkeit die deutsche Wirtschaft, vor allem die klein- und mittelständische Industrie, die, nebenbei bemerkt, ca. 80 % des gesamten Arbeitsmarktes ausmacht.
Diese Entwicklung erklärt auch die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich. Denn die exportstarken und global operierenden Aktiengesellschaften (und vor allem ihre Manager) werden immer reicher, während die klein- und mittelständischen Betriebe, also die eigentliche Stütze der deutschen Wirtschaft, vor allem aber die arbeitende Bevölkerung immer ärmer werden. So siehe auch folgenden Beitrag vom 19. Mai 2011 im Handelsblatt unter der Überschrift: Horrender Anstieg bei Manager-Gehältern. Neid- oder Fairnessdiskussion? Wie man im dort lesen konnte, stiegen die Vergütungen bei DAX-Vorständen im vergangenen Jahr um 26% gegenüber 2009, auf durchschnittlich 4,58 Millionen Euro. Bei M-DAX-Chefs gar um 36%, auf im Schnitt 2,32 Millionen Euro. Dazu ergänzend Spiegel-online vom 21. 5. 2011.
„Wer diese Summen in Frage stellt, muss in Deutschland damit rechnen, dass ihm eine “Neiddiskussion” unterstellt wird. Es gibt offensichtlich eine Reihe von Menschen, die Neid und Fairness verwechseln. Möglicherweise aber, und dies wäre noch viel schlimmer, kennen sie gar keinen Unterschied - und man darf unterstellen, dass sie nicht ganz wissen, wovon sie reden - bzw. schreiben. Dass dieses Auseinanderklaffen von Einkommen und Werten für die Gesellschaft auf Dauer verheerend sein wird, darauf kann man warten. Spanien, wo der Vorstandschef der Santander-Bank sogar 11,8 Millionen Euro nach Hause schleppt, und die Arbeitslosenquote über 20% liegt - bei den Jüngeren sogar um die 40% -, wird möglicherweise Vorreiter sein. Lesen Sie dazu auch die FAZ.net vom 21.5.2011. Übrigens: Die Löhne für durchschnittlich Angestellte und Arbeiter in Deutschland stiegen im vergangenen Jahr nur um etwa 3%, die von Beamten überhaupt nicht, und die Renten auch nicht.“
Und was geschieht jetzt?
Nun müssen die europasolidarischen Bürger in Deutschland auch noch die hochverschuldeten Länder mit  Steuergeldern finanziell stützen (Angela Merkel am 5.5.2011zu: wer die Zeche zahlen würde: „In letzter Konsequenz (…) der Steuerzahler, also wir alle.“ Denn die Bundesregierung bürgt für die Kredite, die Athen aus Berlin bekommt. Das Geld dafür müsste aus dem Bundeshaushalt kommen).
Die Ironie dabei: Die deutschen Steuerzahler bezahlen im Nachhinein alle von Deutschland exportierten Güter. Die hochverschuldeten Länder wie Griechenland, Italien, Portugal, etc. sind ja bekanntermaßen nicht mehr  in der Lage, ihre Schulden zu bezahlen.
Dazu ist der sogenannte “Rettungsschirm” ins Leben gerufen worden. Diese Entwicklung ist die Folge des sogenannten merkantilistischen Wirtschaftssystems, in seiner negativer Ausprägung, da die deutsche Industrie so betrachtet, im Übermaß für hochverschuldete europäische Staaten produziert und die Politiker ironischerweise auch noch darauf stolz sind! Ironischerweise deshalb, denn was nützen den deutschen Bürgern die von der Bundesregierung so hochgepriesenen Handelsbilanzüberschüsse, wenn sie nicht dort, wo sie entstanden sind, nämlich in den überschuldeten Ländern, bezahlt werden, sondern wenn der deutsche Steuerzahler am Ende dafür geradestehen muss.
Die den sogenannten „Schuldenstaaten verordneten Sparmaßnahmen“ werden nicht reichen, um die Probleme zu lösen weil Europa durch die Sparmaßnahmen eine Rezession und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit droht.
So sagt Christian Marazzi, der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph: „Sparhaushalte werden Europa nicht aus der Krise heraushelfen. Ganz im Gegenteil, sie werden den Kontinent und sein Großprojekt, den Euro, weiter in die Flaute hineinziehen.“
Wenn diese Wirtschaftspolitik fortgesetzt wird, also die deutsche Industrie überwiegend für andere Staaten produziert und am Ende der Steuerzahler auch noch die Zeche bezahlen muss, braucht man sich über zukünftig schwere Zeiten nicht zu wundern. Über diese Wahrheit spricht leider kein Politiker. Aber warum nicht? Haben sie es nicht verstanden?
Erinnern wir uns doch einmal an die Wirtschafts- und sozialpolitischen Ziele einer gesunden Volkswirtschaft. Sie muss sein:
„Vollbeschäftigung (aber nicht nur Zeit- und Leiharbeit), außenwirtschaftliches Gleichgewicht (nicht nur Weltmeister im Export sein), Geldwertstabilität (nicht um jeden Preis), gerechte Einkommens und Vermögensverteilung (Erhöhung des Spitzensteuersatzes etc.), Lebensqualität und gesunde Umwelt und Wirtschaftswachstum bei Bestreben möglichst viele Ziele gleichzeitig zu erreichen. Bei zu starker Einseitigkeit der Wirtschaftsmaßnahmen (wie zum Beispiel der zunehmende Lobbyismus, die Übermacht der Banken und deren Stützung ohne gleichzeitiger Regulierung, etc.) wird es zwangsläufig zu Zielkonflikten kommen.“


Wo stehen Wir

Wo stehen wir?

Von Wulf E. Bley

Den inneren und gegenwärtigen Zustand unserer Welt könnte man derzeit wie folgt zusammenfassen:

„Der sittliche und moralische Verfall unserer kapitalistisch-dominierten Zivilisation ist nicht mehr aufzuhalten:

Das Geschäftsleben ist eine globale und zügellose Jagd der Übervorteilung und des Betrugs, - eine totale Überreizung der Produktionsgier, einhergehend mit einer Übersättigung der Konsumenten in einer erschreckend gleichgültigen Wegwerfgesellschaft, weiterhin einhergehend mit einer beängstigenden Zukunftsangst verunsicherter Menschen und einem daraus resultierenden Konsumentenstreik, aufgrund durch Politiker aufgezwungener Sparmaßnahmen.

Dagegen stehen die unerbittliche Schaffung künstlicher Bedürfnisse in einem gnadenlosen Bedarfsweckungsmarkt und einer die Zukunft nicht nur vernachlässigenden, sondern äußerst gefährlichen Sozialpolitik.

Schuldenmacherei und Firmengründerei gehen einher mit einer ungeheuren Verschiebung des Volksvermögens zugunsten einiger weniger Reicher und eine Kapitalvernichtung Kleinanleger.

Arbeit und Kapital neutralisieren sich in Schein- und Schaukämpfen, die sich in öffentlichen Auftritten wie zwei feindliche Bestien einander (ohne positives Ergebnis für Arbeitnehmer) anfletschen.

Unsere sogenannte „soziale Marktwirtschaft“ wird in Wirklichkeit in höchst unsozialem und unerträglichem Maße von Politikern und sie schmierenden Lobbyisten als alleinseligmachendes Wirtschaftsdogma propagiert.

Der stumpfsinnigste, gemeinste Egoismus und eine zunehmende Seelenlosigkeit der genasführten und ausgebeuteten Bevölkerung werden als Selbstverständlichkeit in mittelalterlichem Obrigkeitsgehorsam hingenommen und von Profiteuren entschuldigt.

Die unterschiedlichsten Kircheninstitute und Religionen werden weitgehend in der Form des primitivsten Aber- oder Afterglaubens verteidigt, verabsolutiert, als Alibifunktion für Sexualmissbräuche an Jugendlichen und Kindern genutzt und für die Verletzung von Menschenrechten missbraucht und halten sich trotz der übelsten Enthüllungen.

Die Philosophie und Wissenschaft ist gegenüber der triumphierenden geistigen Armut weiter Bevölkerungsschichten, einschließlich mancher Politiker und Parteien, ratlos, ihre Vernunft wird entweder geleugnet oder gar verlacht.

Manche Naturwissenschaften und ihre entsprechenden Institute werden in zunehmendem Maße als dienstwillige Handlangerinnen einer ungeheuerlichen Lebensmittel-, Waren- und Meinungsfälschung, sowie einer der Pharmaindustrie dienenden Gottesanmaßung unter dem Alibi von Fortschrittsforschung und -entwicklung, sowie einer sündhaften Genmanipulation und Giftproduktion sowie – ihrer -entsorgung missbraucht.

Es herrschen erschreckende Verluste des Rechts-, Pflicht- und Ehrgefühls, Missbrauch des Gewaltmonopols der Staaten durch ihren Herrschaftsanspruch, sowie die Lockerung aller früheren, die Gesellschaft zusammenhaltenden ethischen Maxime. Die Devise heißt: Jeder kämpft gegen jeden.

Das redliche und ehrbare „Sich nach-der Decke-strecken“ oder Partnertreue wird zunehmend als Torheit verlacht und von einer falschen Familiengesetzgebung gestört.

Der Luxuswahn und die Lebensgier entwickeln sich in zunehmendem und grenzenlosem Maß, während die Armut der breiten Bevölkerungsschichten gefährlich zunimmt und damit politisch-radikale Strömungen begünstigen.

Die Medien, also Verlage und vor allem die Fernsehanstalten sind (als vierte und inzwischen etablierte Macht), nicht mehr zu überbietende Unterhaltungs- und Verblöderungsanstalten und beleidigen die elementarsten kulturellen Bedürfnisse in gnadenloser Primitivität das Volk verhöhnend.

Die Genusssucht ist unersättlich. - Unsere Kinder werden von ihren Eltern im Zuge des immer härter werdenden Verdrängungswettbewerbes auf dem Arbeitsmarkt zunehmend vernachlässigt und in grenzenlosem Egoismus häufig als asozialer Ballast empfunden, mit der Folge eines beängstigenden Geburtenrückgangs in den Industrienationen.

Eine blinde und stümperhafte Bildungspolitik, die Zukunft unserer nachfolgenden Generation bewusst oder zumindest grob fahrlässig missachtend, sowie primitivste Wertvorstellungen und Brutalität unserer Jugend vermittelnd, sorgt für zunehmenden sozialen Zündstoff, vor allem unter den Jugendlichen, denen in zunehmendem Maße jede positive Zukunftsperspektive fehlt.

Prostitution, Gewaltverbrechen, Verrohung, Drogen- oder Spielsucht befinden sich in riesigem Vormarsch.

Ebenso nimmt der ideologische und religiöse Fanatismus sowie eine Rückbesinnung (auch innerhalb der EU) auf nationale Interessen zu, und das paradoxerweise in einer wachsenden Globalisierung.

Durch den Verlust des früheren Gleichgewichts der Kräfte stehen wir ohnmächtig einem, (vor allem durch die amerikanische Regierung), aufkommenden Machtbestätigungswahn mit ständig präsenter und einsatzbereiter Kriegsmaschinerie ohnmächtig gegenüber. Diese geht einher mit der künstlichen Schaffung weltweiter Krisenherde als (allerdings verschwiegene) Rechtfertigung einer florierenden Waffenindustrie und (in Wahrheit) der Eroberung und Sicherung von Rohstoffreserven.

Irrationalität und Brutalität (nicht nur von den Führern totalitärer Regime) wächst weltweit ins Grauenhafte. Der Parteienkampf, bar aller rechtlichen und sittlichen Grundsätzlichkeit, schaut in höchst eigennütziger (oder ohnmächtiger) Weise zu und ist zum elenden Persönlichkeitszank verkommen.

Unsere Pflanzen- und Tierwelt wird in nachhaltiger und unwiederbringlichen Weise geschädigt und zerstört, unser Planet steuert zunehmenden Klimakatastrophen entgegen, und Politiker in der ganzen Welt schauen nicht nur zu, sondern billigen und fördern zusätzlich die unausweichliche Weltuntergangsgefahr durch Unterlassung von Gegenmaßnahmen, und das ausschließlich im Interesse eigener wirtschaftlicher Vorteile.

Politiker und Manager werden in ihren Entscheidungen zum angeblichen Wohle des Volkes durch Lobbyisten beeinflusst, oder genauer gesagt, bestochen. Dies geschieht z.B. durch Spenden der Finanz-, Energiewirtschaft, Pharma- und Automobilindustrie, etc. und werden somit als Selbstbedienungsplattform zur Existenzsicherung und Steigerung der Gier und ihrer Macht missbraucht.

Wo man auch hinschaut, die Führung der maßgeblichen Industriestaaten (ob in Politik oder Wirtschaft) ist unfähig, kleinlich, ausbeuterisch, armselig, rücksichtslos, - überall herrschen gnadenloser Egoismus, unersättliche Gier, ungebrochenes Machtstreben, abgrundtiefe Verlogenheit, perfekt inszeniertes Scheinwesen, seelisch-geistige Verlumpung, weitverbreiteter Missmut und Unzufriedenheit sowie Unbehagen, unbesiegbare Korruption und Manipulation, und an allen Ecken und Enden der Größenwahn.

In summa: Es verbreitet sich unaufhaltsam eine Weltuntergangsstimmung, verursacht durch menschliche Unzulänglichkeit und Unvernunft in allen Lebensbereichen und das Ganze geschieht in höchster Schnelligkeit und Potenz.“

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

sehr verehrte Frau Justizministerin

sehr geehrter Herr Finanzminister,

 

ich habe mir einige Gedanken zur Finanzkrise in der Bundesrepublik Deutschland gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine ganz hervorragende und vor allem einfache Möglichkeit gibt, den maroden Staatshaushalt mit Hilfe der Verursacher, also der Banken zu sanieren. Wenn man den Banken das Spekulieren mit Gütern aller Art (vor allem auch auf Rohstoffe und Nahrungsmittel) wegen der globalen Finanzverhältnisse- und Vernetzungen nicht verbieten kann oder will, dann sollte man zumindest hier in Deutschland ihre (Spiel-) Gewinne den, wie nachstehend näher ausgeführt wird, dafür gesetzlich vorgesehenen Institutionen zukommen lassen. Die Alternative wäre andernfalls, grundsätzlich den Banken den Handel mit Produkten der vorerwähnten Art zu verbieten (Aufspaltung in Geschäftsbanken und Investment- oder Handelsgesellschaften). Das Kerngeschäft der Banken sollte auf die Sicherstellung eines geordneten Zahlungsverkehrs und die Vergabe von Krediten, gleich welcher Art begrenzt werden, während die Handelsgesellschaften für ihre Umsätze auch Umsatzsteuer zahlen müssten.

Meines Erachtens könnte die Lösung im ersten Falle wie folgt aussehen:

 

Zum Verbot von hochspekulativen Kapitalanlagen durch Anwendung des Glücksspielstaatsvertrag – (GlüStV)

 

Der Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland (Glücksspielstaatsvertrag – GlüStV) sagt u. a. folgendes:

 

§ 1

Ziele des Staatsvertrages

Ziele des Staatsvertrages sind u.a.:

Das Glücksspielangebot zu begrenzen und den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen zu lenken, insbesondere ein Ausweichen auf nicht erlaubte Glücksspiele zu verhindern, und

sicherzustellen, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt, die Spieler vor betrügerischen Machenschaften geschützt und die mit Glücksspielen verbundene Folge- und Begleitkriminalität abgewehrt werden.

 

§ 3

(1)               Begriffsbestimmungen

Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Die Entscheidung über den Gewinn hängt in jedem Fall vom Zufall ab, wenn dafür der ungewisse Eintritt oder Ausgang zukünftiger Ereignisse maßgeblich ist. Auch Wetten gegen Entgelt auf den Eintritt oder Ausgang eines zukünftigen Ereignisses sind Glücksspiele.

(2) Ein öffentliches Glücksspiel liegt vor, wenn für einen größeren, nicht geschlossenen Personenkreis eine Teilnahmemöglichkeit besteht oder es sich um gewohnheitsmäßig veranstaltete Glücksspiele in Vereinen oder sonstigen geschlossenen Gesellschaften handelt.

(3) Ein Glücksspiel im Sinne des Absatzes 1, bei dem einer Mehrzahl von Personen die Möglichkeit eröffnet wird, nach einem bestimmten Plan gegen ein bestimmtes Entgelt die Chance auf einen Geldgewinn zu erlangen, ist eine Lotterie. Die Vorschriften über Lotterien gelten auch, wenn anstelle von Geld Sachen oder andere geldwerte Vorteile gewonnen werden können (Ausspielung).

(4) Veranstaltet und vermittelt wird ein Glücksspiel dort, wo dem Spieler die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird. (Hier: Banken und Brokerhäuser)

(5) Annahmestellen und Lotterie-Einnehmer sind in die Vertriebsorganisation von Veranstaltern nach § 10 Abs. 2 eingegliederte Vermittler.

(6) Gewerbliche Spielvermittlung betreibt, wer, ohne Annahmestelle oder Lotterieeinnehmer zu sein,

1. einzelne Spielverträge an einen Veranstalter vermittelt oder

2. Spielinteressenten zu Spielgemeinschaften zusammenführt und deren Spielbeteiligung dem Veranstalter – selbst oder über Dritte – vermittelt, sofern dies jeweils in der Absicht geschieht, durch diese Tätigkeit nachhaltig Gewinn zu erzielen.

§ 4

Allgemeine Bestimmungen

(1) Öffentliche Glücksspiele dürfen nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes veranstaltet oder vermittelt werden. Das Veranstalten und das Vermitteln ohne diese Erlaubnis (unerlaubtes Glücksspiel) ist verboten.

(2) Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn das Veranstalten oder das Vermitteln des Glücksspiels den Zielen des § 1 zuwiderläuft. Die Erlaubnis darf nicht für das Vermitteln nach diesem Staatsvertrag nicht erlaubter Glücksspiele erteilt werden. Auf die Erteilung der Erlaubnis besteht kein Rechtsanspruch.

 (4) Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten.

§ 10

Sicherstellung eines ausreichenden Glücksspielangebotes

(4) Es ist sicherzustellen, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen aus Glücksspielen

zur Förderung öffentlicher oder gemeinnütziger, kirchlicher oder mildtätiger Zwecke

verwendet wird.

§ 19

Gewerbliche Spielvermittlung

Neben den §§ 4 bis 7 und unbeschadet sonstiger gesetzlicher Regelungen gelten für die Tätigkeit des gewerblichen Spielvermittlers folgende Anforderungen:

1. Der gewerbliche Spielvermittler hat mindestens zwei Drittel der von den Spielern vereinnahmten Beträge für die Teilnahme am Spiel an den Veranstalter weiterzuleiten. Er hat die Spieler vor Vertragsabschluss in Textform klar und verständlich auf den für die Spielteilnahme an den Veranstalter weiterzuleitenden Betrag hinzuweisen sowie ihnen unverzüglich nach Vermittlung des Spielauftrages den Veranstalter (Investmenthäuser und Broker) mitzuteilen.

2. Gewerbliche Spielvermittler und von ihnen oder den Spielinteressenten im Sinne des § 3 Abs. 6 beauftragte Dritte sind verpflichtet, bei jeder Spielteilnahme dem Veranstalter die Vermittlung offen zu legen.

3. Gewerbliche Spielvermittler sind verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass bei Vertragsabschluss ein zur unabhängigen Ausübung eines rechts- oder steuerberatenden Berufes befähigter Treuhänder mit der Verwahrung der Spielquittungen und der Geltendmachung des Gewinnanspruches gegenüber dem Veranstalter beauftragt wird. Dem Spielteilnehmer ist bei Vertragsabschluss ein Einsichtsrecht an den Spielquittungen, die in seinem Auftrag vermittelt worden sind, einzuräumen. Wird ein Gewinnanspruch vom Spielteilnehmer nicht innerhalb einer Frist von drei Monaten beim Treuhänder geltend gemacht, so ist der Gewinnbetrag an den Veranstalter abzuführen.

 

Warum Banken das „Zocken“ mit hochspekulativen Kapitalanlagen nach diesen Vorschriften verboten werden muss:

 

Spötter sagen, dass Optionsscheine (oder Futures) ein begrenztes Risiko verkörpern. Der Anleger kann maximal 100% Verlust machen.

Bevor sich Anleger auf Optionsscheingeschäfte einlassen, sollten sie sich darüber im Klaren sein, wie Optionsscheine funktionieren.

Kapitalanlagen werden in fünf Kategorien eingeteilt.

Das geringste Risiko beinhaltet das Ansparen mit einem Sparbuch. in der Risikoklasse drei finden sich beispielsweise Aktienfonds mit DAX30-notierten Papieren. Optionsscheine fallen in die Risikoklasse fünf, denn der Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich, sogar eher wahrscheinlich, denn Chancen auf Gewinn stehen in keinem Verhältnis zum häufigen Totalverlust.

Optionsscheine funktionieren wie eine Wette zwischen zwei Beteiligten auf den Kursverlauf einer Aktie (oder eines anderen Spekulationsobjektes) bis zu einem vorher vereinbarten Stichtag. Während die eine Partei auf einen steigenden Kurs wettet, hofft die Gegenpartei auf einen fallenden Kurs.

Tausende von Bundesbürgern und die meisten Banken selbst (Eigenhandel) lassen sich auf Spekulationen mit Optionsscheinen auf Rohstoffe und Aktien, bis hin zu hochriskanten Staatsanleihen ein. Meist verlieren sie Unsummen, wie sich an den Verlusten bis hin zu den Pleiten von Privatpersonen und Banken zeigt.

Doch aufgepasst:

Banken werden mit Steuergeldern geschützt (gestützt). Wer aber schützt die Bürger, vor allem die Anleger und Steuerzahler vor den Banken? Denn bekanntlich werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Wenn in einem geschlossenen globalen Geldkreislauf auf der einen Seite Verluste gemacht werden, werden auf der anderen Seite entsprechende Gewinne gemacht. Hier gilt es anzusetzen.

 

Leicht fallen Spekulanten auf die Hoffnung vom schnell und leicht verdienten Vermögen herein. Sie investieren Millionen in ein Geschäft, das Super-Profite auf die Schnelle verspricht, in der Praxis aber zumeist mit Totalverlusten endet. Der Handel mit Zertifikaten, also Derivaten und Optionen ist unberechenbar und das Ergebnis vom Zufall abhängig. Lediglich die Emittenten solcher Anlegeformen verdienen. (Dennoch auch sie können Pleite gehen, s. Lehman Brothers und ihr realisiertes Emittentenrisiko). In diesem Falle hat der Spekulant ohnehin alles verloren)

Was die Leute so „heiß“ macht, ist der Kitzel des Glücksspiels. Denn der Optionshandel ist nichts weiter als eine Wette: Der Kunde setzt, wie bereits ausgeführt, sein Geld darauf, dass sich die Preise der den Optionsgeschäften zugrunde liegenden Produkte, seien es Rohstoffe oder Aktien oder in zunehmenden Maße auch die Wette  auf Staatspleiten (s. Griechenland), sich in eine bestimmte Richtung verändert.

Eine Wette bezeichnet einen Vertrag, durch den zur Bekräftigung bestimmter einander widersprechender Behauptungen ein Gewinn oder Sieg für denjenigen vereinbart wird, dessen Behauptung sich als richtig erweist.

Der häufige Fall ist eine Behauptung über das Eintreffen eines in bestimmter Weise definierten Ereignisses oder unter Berücksichtigung von objektiver oder subjektiver Informationen den wahrscheinlichen Fall des Ausganges „vorher zu sehen“, ohne den Ausgang des Ereignisses (meist) tatsächlich zu kennen.

Der Handel mit (Turbo-) Optionen, Derivaten und Futures ist nachgewiesener Maßen die spekulativste aller Möglichkeiten, sein Geld anzulegen. Die Gewinnchancen sind meist schlechter als beim Roulett.

Das Optionsgeschäft ist eine Art Nebenprodukt und Weiterentwicklung des berüchtigten Warenterminhandels.

Im Warenterminhandel kauft oder verkauft der Anleger z. B. Rohstoffkontrakte; er kauft also beispielsweise einen Liefervertrag über mehrere Tonnen Kaffee oder Schweinebäuche zum gegenwärtigen Preis, zahlbar an einem späteren, festgelegten Termin und setzt dabei auf steigende Preise.

Anders beim Optionshandel: Der Spekulant erwirbt über seine Bank von einem an der Börse zugelassenen Makler (dem Optionsgeber oder Stillhalter) lediglich ein Anrecht, irgendwann in einem Zeitraum von meist drei oder sechs Monaten einen Warenterminkontrakt zu kaufen („Call-Option“) oder zu verkaufen („Put-Option“). Das Geschäft wird zum sogenannten „Strike Price“ geschlossen, das ist der Preis, der am Tag des Optionserwerbs für die betreffende Ware gilt.

Bei einer „Call-option“ geht die Spekulation auf, wenn der Preis der Ware steigt: Der Optionseigner ruft dann den Warenterminkontrakt bei seinem Broker zum alten, niedrigeren Preis ab — er übt sein Optionsrecht aus — und verkauft sofort wieder zum gerade gültigen höheren Preis — die Differenz, ist sein Spekulations- oder Spielgewinn.

Bei der „Put-Option“ funktioniert das Spiel entsprechend — nur bei fallenden Warenpreisen. Bleibt der Kurs in etwa konstant oder läuft die Entwicklung gegen den Spekulanten, dann wird es in beiden Fällen für ihn sinnlos, sein teuer erkauftes Optionsrecht auszuüben der gesamte Einsatz geht endgültig verloren.

Schon in der Theorie hat dieses Wettspiel einen bösen Haken: Der Einsatz, also der Kaufpreis für die Option, ist zunächst immer verloren. Selbst wenn der Spekulant die Entwicklung des Preises des Handelsgutes richtig eingeschätzt hat, ist ein Nettogewinn nicht sicher. Zuerst muss der Einsatz wieder hereingeholt werden, und das heißt: Der Preis des gehandelten Spekulationsobjektes muss sich so stark nach oben oder unten bewegen, dass die Differenz größer ist als der Preis der Option.

Das ist aber selten der Fall — weil die Optionen meist zu teuer sind. Der Wetteinsatz, nämlich der Optionspreis richtet sich weniger nach dem Wert der gehandelten Ware als vielmehr nach den erwarteten Preisschwankungen, auch Volatilität genannt. Je turbulenter es an der Börse zugeht, also je risikoreicher das Geschäft ist, umso besser sind die Gewinnchancen, und umso teurer ist die Option (Stichwort: Volatilitätszuschlag, Hebelwirkung).

Für den Anleger, der da zögert, verkaufen Vermögensberater und Banken folgenden Vorteil: “Der im privaten Bereich erzielte Spielgewinn ist gemäß RFH-Urteil unstreitig einkommensteuerfrei!”

Denn Spekulationsgeschäfte nach Art des Optionshandels werden nach deutschem Recht wie Wette und Spiel behandelt. Ein Gewinn, wenn er denn einmal anfällt, ist steuerfrei.

Von glänzenden Prospekten geblendet und von den Überzeugungskünsten der Anlageberater der Banken getäuscht, sehen viele Anleger an der harten Wirklichkeit vorbei. Dass in den meisten Fällen die Anleger ihr Vermögen einbüßen, ist relativ sicher.

Neuerdings lautet das Zauberwort auf dem Kapitalmarkt „Hochfrequenzhandel“. In sogenannten „Picosekunden“ werden Informationen zu Kauf- oder Verkaufsaufträgen umgewandelt. Computergesteuerte Handelsprogramme auf Hochleistungscomputer bestimmen heute den Börsenhandel. Das sogenannte „Algo-Trading“ macht mittlerweile die Hälfte des Handelsvolumens an den Börsen in Europa und USA aus. Trends, in welche Richtung auch immer, werden jetzt noch mehr verstärkt. Und wieder verdienen sich damit einige wenige Marktteilnehmer „eine goldene Nase“ auf Kosten der Allgemeinheit. Es gibt keine Tempolimits auf den Datenhighways der Börsen. Der kleine Anleger (oder Spieler) bleibt auf der Strecke!

 

Übrigens: Auch in der Schweiz sieht man im Handel mit Optionen und Derivaten den Spielcharakter

 

Nach dem Schweizer Obligationenrecht, OR 513/II gilt Unklagbarkeit bzw. die Spieleinrede auch bei sogenannten “Differenzgeschäften und solchen Lieferungsgeschäften über Waren oder Börsenpapiere, die den Charakter eines Spieles oder einer Wette haben.”

Die Abgrenzung dieser Lieferungsgeschäfte vom wirtschaftlich gerechtfertigten und rechtlich gebilligten Terminhandel ist nicht einfach, zumal in der Schweiz im Gegensatz zur BRD keine börsenrechtlichen Sonderbestimmungen bestehen (vgl. das deutsche Börsengesetz §§ 50 ff., insbes. § 58).

Nach der früheren Rechtsprechung liegt immer dann ein unklagbares Geschäft vor, wenn die Parteien Recht und Pflicht zur wirklichen Lieferung und Abnahme der gekauften oder verkauften Ware durch ausdrückliche oder stillschweigende Willenseinigung ausgeschlossen haben, “so dass in Wirklichkeit lediglich die Kursdifferenz Gegenstand des Vertrages bildet” (BGE 62 II 114). Seit BGE 65 II 21 ff (bestätigt in 78 II 61 ff.) stellt das Bundesgericht nicht mehr auf den vertraglichen Ausschluss der Effektivlieferung ab, sondern beurteilt den Spielcharakter nach den gesamten Umständen jedes einzelnen Falles. Als Indizien der Spielabsicht können gelten: Wahl- und Planlosigkeit im Abschluss der Geschäfte, das Fehlen von Kenntnissen im Börsenwesen, Missverhältnis zwischen den vorhandenen Mitteln und dem Verlustrisiko, Fehlen eines Zusammenhanges zwischen der fraglichen Transaktion und dem Beruf des Spekulanten. Das spielerische Element muss der Gegenpartei bekannt oder zumindest leicht erkennbar sein. Die Beweislast für den Spielcharakter eines Lieferungsgeschäftes obliegt der Partei, die sich darauf beruft.

 

Der Spielcharakter ist auch nicht von der Hand zu weisen, wenn man zu diesem Thema folgendes in aller Öffentlichkeit lesen kann:

 

Ein jahrelang zahlungsunfähiger Top-Manager der New Yorker Börse, Bernard Madoff, prellte vermutlich etliche Anleger in Milliardenhöhe, weil er einen Hegde-Fond im Schneeballsystem aufbaute. Zeitweilig war er auch Chef der Computerbörse Nasdaq.

Der Beschuldigte sagte zu einer seiner Angestellten: “Es ist alles eine große Lüge. Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeball-System.”

Er hatte Investoren hohe Gewinne versprochen, die dann durch Einlagen neuer Investoren gezahlt wurden.

 

Es ist eine Frage der Logik:

 

Wenn das „Zocken“ mit Derivaten und Optionen (und sonstigen Fantasieprodukten) Wettcharakter hat und damit unter die Definition des Glücksspiels im S. des o.a. Gesetzes fällt, dann brauchen wir uns über die sogenannte „Transaktionssteuer“ keine Gedanken zu machen, denn die aus solchen Transaktionen anfallenden Gewinne bzw. Einnahmen müssen nach dem o.a. Gesetz (GlüStV) zur Förderung öffentlicher oder gemeinnütziger, kirchlicher oder mildtätiger Zwecke verwendet werden.

 

Ein weiteres Übel unserer Wirtschaft und leider auch der Politik ist es, dass Entscheidungs- und Haftungsträger auseinanderfallen. Wer entscheidet muss auch für Fehlentscheidungen haften.

Aber was ist die Realität? Banker erhalten trotz Misswirtschaft „Boni“ in Millionenhöhe, die Institution Bank kann sich trotz ihrer Misswirtschaft sicher sein, dass sie vom Steuerzahler gerettet wird, Manager werden trotz nachgewiesenen Versagens mit einem „goldenen Handschlag“ in Millionenhöhe verabschiedet, und Politiker reden von ihrer „Verantwortung“, ohne dass sie jemals für ihre Fehlentscheidungen in Haftung genommen werden können.

Und wer zahlt am Ende? Immer der Steuerzahler, also das seit Jahrhunderten und leider immer noch genasführte Volk!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Wulf E. Bley

 

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